Aktuelles
23.05.2019 | ENavi

ENavi-Sommerakademie

Summerschool
Quelle: IASS/M. Berger

In Potsdam haben sich über 50 Nachwuchskräfte bei der ENavi-Sommerakademie für einen interdisziplinären und interkulturellen Dialog getroffen. Unter dem Thema „Digitalisierung der Energiewende“ haben sie gemeinsam Lösungsansätze zur Akzeptanz einer nachhaltigen Energiewende entwickelt.

Die Digitalisierung des Energiesystems ist bereits in vollem Gange. Junge Nachwuchstalente aus dem Energiesektor haben bei der ENavi-Sommerakademie am Potsdamer Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) darüber diskutiert, welche Aufgaben sich daraus für Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft ergeben. Das fünftägige Programm bestand aus einer Kombination aus Vorträgen, Diskussionen und Gruppenarbeiten.

Zwar ermöglichen intelligent gesteuerte Stromnetze eine gezielte Netzplanung und die Nutzung digital erfasster Daten muss rechtlich geprüft werden, trotzdem wirft die Energiewende nicht nur technische Fragen auf. Das wurde spätestens beim Vortrag von Sophia Becker deutlich. Die Sozialwissenschaftlerin betonte den Einfluss von Alltagsentscheidungen. Ob man Lastenräder und öffentliche Verkehrsmittel statt des eigenen Autos nutzt, entscheidet jeder Verkehrsteilnehmende im Alltag selbst. Das individuelle Verhalten trägt in Summe zu einem nachhaltigen Verkehr bei, der die CO2-Emissionen reduziert. Die neuen Energienutzungskonzepte müssen sich in erster Linie an die gesellschaftlichen Bedürfnisse und Verhaltensweisen anpassen, um Erfolg zu haben.

Ortwin Renn, ENavi-Sprecher und wissenschaftlicher Direktor am IASS, unterstreicht: „Für das Gelingen einer nachhaltigen Energiewende wird es darauf ankommen, dass alle Akteure einen transdisziplinären Diskurs führen, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten und umzusetzen. Die ENavi-Sommerakademie hat mit ihrem Ansatz einen Beitrag zur Vernetzung zukünftiger Leistungsträger im Energiemanagement erprobt.“

Fabian Reetz ist Projektleiter für das Projekt „Digitale Energiewende” bei der Stiftung Neue Verantwortung. Die Stiftung ist ein Think Tank für digitale Technologien, Politik und Gesellschaft. Er veranschaulichte mit unterschiedlichen Vorträgen, wie die Kryptografie-Technologie Blockchain funktioniert und wie ein erfolgreiches Marktdesign in Zeiten der Digitalisierung aussehen sollte. Für ihn waren die Diskussionen sehr bereichernd: „Ich habe selten eine so spannende Gruppe junger Leute erlebt, die den erforderlichen transdisziplinären Dialog wirklich führen wollen und bereit sind, bestehende Denkmuster aufzubrechen. Das finde ich sehr vielversprechend. Wir haben zum Beispiel darüber diskutiert, dass Blockchain zusätzlichen Energieverbrauch bedeutet und dass sich das auf die Energiebilanz auswirkt“.

Ein Einblick in ein digitalisiertes Energiesystem bot sich beim Besuch des EUREF-Forschungs-Campus in Berlin. Die Energieversorgung des Campus ist CO2-neutral und nachhaltige Start-Ups werden in der Gründungsphase unterstützt. Einige bereits umgesetzte Ideen, wie der elektronische Roller, warten lediglich auf die rechtliche Erlaubnis um auf den Markt gebracht zu werden.

Mehr zur Sommerakademie können Sie auch in der Pressemeldung nachlesen.

Mehr zum Kopernikus-Projekt ENavi

Ansprechpartner

Claudia Hein

0228/60884 271

c.hein@fz-juelich.de

Unsere Website verwendet Cookies und die Analytics Software Matomo. Mehr Information OK