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22.02.2019 | ENavi

Das neue soziale Nachhaltigkeitsbarometer der Energiewende ist da!

Quelle: dynamis
Quelle: dynamis

90 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland finden die Energiewende gut. Das zeigt das Soziale Nachhaltigkeitsbarometer der Energiewende 2018, für das FORSA im Auftrag von dynamis 6.600 Haushalte befragt hat. Doch die Unzufriedenheit mit der Umsetzung steigt – und es gibt noch mehr Kritikpunkte.

Viele der Befragten empfinden die Energiewende als sozial ungerecht: Sie wird von drei Vierteln der Bevölkerung als teuer wahrgenommen. Nur jeder Fünfte empfindet sie als bürgernah.

Knapp die Hälfte bewertet die Entwicklung der Energiewende unterm Strich als schlecht. Das sind 14 Prozent mehr als bei der Befragung in 2017. Nur noch 31 Prozent der Befragten ziehen eine positive Bilanz.

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist mit der Politik der Bundesregierung unzufrieden, wenn es um die Umsetzung der Energiewende geht. Diese Unzufriedenheit ist gleichermaßen in Ost- und Westdeutschland vorhanden und in allen politischen Lagern mehrheitlich ausgeprägt. Der Grund: Eine zu langsame Umsetzung und damit fehlende Wirksamkeit beim Klimaschutz.

Knapp zwei Drittel der Befragten sind einverstanden mit dem Kohleausstieg, eine genauso hohe Zustimmung hatte der Atomausstieg. Auch in den Bundesländern, in denen die Kohle abgebaut wird, ist eine Mehrheit für den Ausstieg aus der Kohleförderung. Die Zustimmung ist mit 62 Prozent in NRW am höchsten, gleichzeitig sind jedoch die Gegner des Kohleausstiegs in der Befragung stärker geworden im Vergleich zum Vorjahr. Nur in der Lausitz, der zweitgrößten deutschen Braunkohleregion lehnen 43 Prozent der Bürgerinnen und Bürger den Kohleausstieg ab.

Wenn die Energiepreise moderat steigen, dafür aber mehr Klimaschutz möglich ist, finden 54 Prozent der Befragten das akzeptabel. Jeder Fünfte (22 Prozent) sieht moderate Preissteigerungen zugunsten des Klimaschutzes jedoch als nicht gerechtfertigt an.

Knapp ein Drittel der Befragten sind bereit, aus Klimaschutzgründen mehr für das Autofahren oder Fliegen zu zahlen. Bei den einkommensstärkeren Haushalten liegt dieser Anteil fast doppelt so hoch (45 Prozent) wie bei den einkommensschwächeren Haushalten. Fast die Hälfte (46 Prozent) findet es nur dann akzeptabel, mehr für Klimaschutz in der Wärmeversorgung oder der Mobilität zu zahlen, wenn es dafür an anderer Stelle Entlastungen gibt.

Das IASS erstellt das Barometer federführend in der Partnerschaft dynamis und in Kooperation mit dem Kopernikus-Projekt ENavi. Der von der innogy Stiftung für Energie und Gesellschaft, der 100 prozent erneuerbar stiftung und dem IASS getragene Think-Do-Rethink-Tank dynamis wurde im Dezember 2016 gegründet.

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