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30.09.2019 | SynErgie

Deutsche Industrie hat großes Potenzial

Quelle: Schott AG
Quelle: Schott AG

Im Kopernikus-Projekt SynErgie untersuchen Partner aus Wirtschaft, Forschung und Zivilgesellschaft seit 2016, wie und mit welchen Technologien die deutsche Industrie ihren Energieverbrauch an das schwankende Angebot erneuerbarer Energie anpassen kann. Ihre bisherigen Ergebnisse haben sie in einem Buch zusammengefasst.

Gleich mehrere fahrerlose Transportfahrzeuge steuern die Ladestation an, obwohl ihre Akkus erst halb leer sind. Das Energieangebot ist gerade hoch und die Stromkosten deswegen niedrig. Wenn Strom knapp und teuer ist, entladen die mobilen Roboter ihre Akkus, und stellen so Energie zur Verfügung. Auch die Lüftung der Fabrikhalle ist an die intelligente Stromversorgung angepasst. So liegt die Temperatur zeitweise etwas über oder unter dem eingestellten Mittelwert, aber immer im vorgegebenen Bereich.

Deutsche Industrie ist energieflexibler als bisher angenommen

Solche Maßnahmen zur Energieflexibilisierung wurden im Kopernikus-Projekt SynErgie identifiziert. Daneben gibt es noch viele weitere Beispiele, die die Forscher in ihrem Buch „Energieflexibilität in der deutschen Industrie“ beschreiben. Acht Wirtschaftszweige werden beleuchtet und für jeden maßgeschneiderte Flexibilisierungsmaßnahmen erarbeitet. Bei der Untersuchung wurde ein Flexibilisierungs-Potenzial ermittelt, das deutlich über dem bisherigen Wert aus vergleichbaren Studien liegt. Industrielle Energieflexibilität kann deshalb zu einem zentralen Baustein der Energiewende werden.

Neue Technologie ermöglicht Handel mit Energieflexibilität

Aus dem Flexibilitätspotenzial ergeben sich Möglichkeiten für den Handel mit Strom. Um diese Möglichkeiten zu nutzen, skizziert das Buch eine IT-Plattform für eine automatisierte Energiesynchronisation. Bisher ist der kurzfristige Handel mit Energie meist noch unwirtschaftlich. Die vorgestellte Plattform bietet eine attraktive Möglichkeit, den Handel über eine standardisierte Schnittstelle abzuwickeln. Unternehmen und Energieanbieter könnten darüber in Zukunft Informationen von der Produktionsmaschine bis zu den Energiemärkten austauschen.
Industrieanlagen entwickeln sich damit weiter – weg vom kontinuierlichen Energieverbrauch hin zum anpassbaren, energieflexiblen Betrieb. Das Buch stellt verschiedene Arten des Flexibilitätshandels für Unternehmen dar, erläutert aber auch bestehende Schwierigkeiten.

Ergebnisse aus der Modellregion

Die energieflexible Modellregion Augsburg bietet eine Plattform zur ganzheitlichen Betrachtung von energieflexiblen Fabriken. Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft haben transdisziplinär beleuchtet, welche Aspekte für die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende entscheidend sind. Durch energieflexible Fabriken kann etwa regional die Energie eines mittelgroßen Kraftwerks eingespart werden. Die Investitionskosten für Unternehmen wurden in der ökobilanziellen Betrachtung als gering eingestuft. Um die das Potenzial der energieflexiblen Fabriken auszuschöpfen, werden neue Geschäftsmodelle und angepasste Vorschriften benötigt.

Das Buch „Energieflexibilität in der deutschen Industrie“ kann über den Buchhandel oder über den Fraunhofer Verlag bezogen werden.

Ansprechpartner

Claudia Hein

0228/60884 271

c.hein@fz-juelich.de

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