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16.08.2017 | P2X

Welche Akzeptanz-Fragen spielen bei der Entwicklung von P2X-Technologien eine Rolle?

P2X Akzeptanzworkshop Newsletter
Quelle: FONA/Photothek, Ute Grabowsky

Das P2X-Projekt wird von einer Roadmap begleitet. Sie bewertet die Forschungsergebnisse und ordnet sie ein. In einem Workshop haben die Teilnehmer der Roadmap damit begonnen, sich mit den entscheidenden Akzeptanz-Fragen bei der Entwicklung neuer Technologien für die Energiewende wie Power-to-X auseinanderzusetzen. Welche Fragen sind dafür relevant?

Wo könnten P2X-Anlagen stehen und in welcher Größe? Wieviel erneuerbaren Strom benötigen sie und wo kommt der her? Wer sind die wichtigsten Akteure für die Akzeptanzfragen und wie spricht man sie am besten an? Welche Fragen hat die Bevölkerung vor Ort zu der Technologie und den Risiken, die damit einhergehen könnten?

Im Akzeptanzworkshop, der im Mai in der Berliner Geschäftsstelle des P2X-Partners BUND stattfand, diskutierten die Projektpartner, welche Rolle Akzeptanz bei der Entwicklung und Einführung von Power-to-X spielt. Zum einen ging es darum, welche Akteure (z. B. breite Öffentlichkeit, lokale Bevölkerung, Investoren) involviert sind und zum anderen an welcher Stelle des Prozesses die Fragen der Akzeptanz für diese Akteure eine besondere Relevanz haben werden.

Dazu entwickelten die Workshop-Teilnehmer beispielhaft eine zentrale und eine dezentrale Prozesskette. Denn gerade aus Sicht des BUND, der sich für eine dezentrale Energiewende  einsetzt, ist die Frage nach zentral oder dezentral von hoher Bedeutung. Dies beginnt bereits bei der Erzeugung erneuerbaren Stroms (zentral aus großen Windparks vs. dezentral aus verschiedenen kleineren Erzeugern) bis hin zu Betreibermodellen.

Einige der P2X-Cluster beschäftigen sich bereits mit Akzeptanzfragen anhand verschiedener Formate:

  • Das Wuppertal Institut behandelt die Akzeptanz der Hochtemperatur Co-Elektrolyse-Verfahren. Dazu werden Interviews mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft geführt. Geplant ist außerdem ein transdisziplinärer Workshop.
  • Die Siemens AG wird ihr Elektrolyseverfahren bei der langen Nacht der Wissenschaft am 21. Oktober 2017 in Nürnberg vorstellen.
  • Das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) untersucht vor allem die Marktakzeptanz von Wasserstofffahrzeugen. Geplant sind Fokusgruppen; Interviews mit Umweltverbänden, sozial-politischen Akteure, Fachjournalistinnen und Fachjournalisten, Bürgerinnen und Bürgern sowie ein Szenario-Prozess, um zu zeigen, wie man den Verkehr auf eine elektrische Basis stellen kann.
  • Das Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) wird die Nachhaltigkeit von P2X-Technologien bewerten, wo Akzeptanz bzw. soziale Aspekte eine Rolle spielen werden. Dadurch wollen die Forscher so früh wie möglich potentielle Stolpersteine für die Arbeit der Technologieentwickler identifizieren.
  • Das Öko-Institut untersucht Treiber und Akzeptanzprobleme für strombasierte Kraftstoffe und stellt diese in Expertengesprächen mit Vertreterinnen und Vertretern der Industrie, der Verbraucher und der Politik zur Diskussion. Neben Leitfadeninterviews werden auch Diskussionen mit Fokusgruppen durchgeführt.
  • Covestro untersucht die Akzeptanz von Kunststoffen auf CO2-Basis anhand von Experten-Gesprächen (z. B. Verbraucher, Politik). Kernthemen sind: Risikowahrnehmung, Anteil und Reinheit von CO2 im Produkt und die dafür aufgewendete Energie.

Wichtig war allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Workshops, dass nicht nur für jedes einzelne Cluster sondern übergreifend in der Roadmap die soziale Dimension der Technologien einheitlich erfasst wird. Zentrale Schlussfolgerung: Akzeptanz kann nicht anhand eines Faktors, wie z. B. regionale Teilhabe der Bevölkerung gemessen werden, sondern ist immer ein „Schlüsselbund“ an Kriterien. Wie dieser Schlüsselbund bei Power-to-X Technologien aussieht, soll in den nächsten Projektjahren erarbeitet werden.

Mehr Informationen zum Kopernikus-Projekt P2X

Ansprechpartner
Carola Sonnet
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