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23.10.2017 | ENavi

ENavi in China

Gruppenbild ENavi in China
Quelle: DLR/Julia Jarass

In Zusammenarbeit mit dem Institute of Applied Ecology, Chinese Academy of Sciences (IAE-CAS) veranstaltete das IASS vom 13. bis 15. Oktober in Shenyang, Liaoning, China, einen chinesisch-deutschen Workshop, der die Unterschiede und Gemeinsamkeiten bei der Umsetzung der Energiewende gezeigt hat.

In Zusammenarbeit mit dem Institute of Applied Ecology, Chinese Academy of Sciences (IAE-CAS) veranstaltete das IASS vom 13. bis 15. Oktober in Shenyang, Liaoning, China, einen chinesisch-deutschen Workshop, der die Unterschiede und Gemeinsamkeiten bei der Umsetzung der Energiewende gezeigt hat.

Für China und Deutschland ist die Energiewende ein wichtiges strategisches Ziel. Im Oktober 2014 haben der chinesische Premierminister Li Keqiang und Bundeskanzlerin Angela Merkel eine verstärkte deutsch-chinesische Zusammenarbeit vereinbart, um Energie-Dialoge zu vertiefen und Lösungen für ein nachhaltiges Energiesystem zu erschließen. Im Rahmen des seit 2016 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Kopernikus-Projekts ENavi zur Erforschung einer systemintegrierenden Energiewende führte das IASS zusammen mit dem Institute of Applied Ecology, Chinese Academy of Sciences (IAE-CAS) einen dreitägigen Workshop zur nachhaltigen Energiewende durch.

Rund 60 deutsche, französische und chinesische Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Regierung, Industrie, NGOs und Wissenschaft diskutierten Strategien, Bewertungskriterien, soziale Dimensionen der Investitionsentscheidungen sowie Ökonomie- und Umweltaspekte der Energiesystementwicklung. Unterschiedliche Voraussetzungen und gemeinsame Herausforderungen beider Länder wurden am Beispiel einer empirischen Studie des IASS zum Kauf von Elektroautos verdeutlicht, die in China und Deutschland durchgeführt wurde. Für deutsche Autokäufer haben Elektroautos immer noch ein Image-Problem, während chinesische Autokäufer das Image etwas positiver bewerten. Gleichzeitig profitieren letztere von staatlichen Subventionen, die je nach Reichweite des E-Autos bis zu 16.000 Dollar pro Fahrzeug betragen. Das neue Gesetz einer 10-prozentigen E-Auto-Quote für Pkw-Hersteller in China ab dem Jahr 2019 betrifft auch deutsche Pkw-Hersteller auf dem chinesischen Markt. Sie sind nun unter Zugzwang, ihren Absatz von E-Autos deutlich zu steigern. Es ist zu erwarten, dass dieser forcierte Innovationsimpuls auch zu einer Nachbesserung und Verbreiterung des Angebots an E-Autos auf dem heimischen Markt führen wird.

Das innovative, transdisziplinäre Projektdesign von ENavi stieß bei den chinesischen Workshop-Besuchern auf großes Interesse. Es gibt in China kein Forschungsvorhaben mit vergleichbarer Projektarchitektur. Herr Mu, Mitglied in der parlamentarischen Kommission für Umwelt- und Ressourcenschutz in China, wird das ENavi-Projektdesign nun seiner Kommission offiziell vorstellen. Er will sich dafür einsetzen, auch in China ein Forschungsdesign auf den Weg zu bringen, das die Gesellschaft proaktiv einbindet. Wenn dieser „Export“ des transdisziplinären ENavi-Forschungsdesigns nach China gelingt, bieten sich vielversprechende Möglichkeiten zur weiteren vertieften Zusammenarbeit in der Forschung zur Energiewende.

Vor-Ort-Besichtigungen im chinesischen Industriemuseum, bei einer Plus-Energie-Wasseraufbereitungsanlage und bei einem Null-Energie-Haus mit modernen Wärmepumpen vertieften die praktischen Einblicke.

Ansprechpartner
Carola Sonnet
0228/60884 212
c.sonnet@fz-juelich.de