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17.12.2018 | ENavi

Helfen Smart Meter beim Stromsparen?

Quelle: Fona/Photothek
Quelle: FONA/photothek

Smart Meter geben Haushalten eine Rückmeldung zu ihrem Stromverbrauch. Sozialpsychologen der Universität Magdeburg zeigen, dass der Stromverbrauch nicht generell zurückgeht, wenn Smart Meter dazu genutzt werden. Ob jemand weniger Strom verbraucht, hängt von seiner persönlichen Motivation ab.

Die Verhaltenswissenschaft gibt wichtige Einblicke, wie erfolgreich Maßnahmen für die Energiewende sind. In ENavi untersuchen Verhaltenswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, ob Menschen die Technologien, die beim Stromsparen helfen, überhaupt zum Stromsparen nutzen. Eine solche Technologie ist zum Beispiel der digitale Stromzähler, ein sogenannter Smart Meter. Die Daten eines Smart Meters melden den Kundinnen und Kunden ihren Stromverbrauch detailgenau und unmittelbar zurück. Das funktioniert etwa über ein Display in der Wohnung oder über eine personalisierte Internetseite. Auf Basis der Zählerdaten erhalten die Haushalte einen Überblick darüber, wann der Stromverbrauch im Tagesverlauf am höchsten ist oder wie er im Vergleich zur Vorwoche ist. Die haushaltsbezogenen Angaben sollen helfen, das eigene Verhalten zu ändern und Strom zu sparen.

Feedback allein ändert kein Verhalten

In einer Studie für ENavi hat ein Forscherteam der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg Haushalte untersucht, die ihren individuellen Stromverbrauch mit den Daten vom digitalen Stromzähler in einem Internetportal zu verfolgen. Die Sozialpsychologen  haben dann sowohl Personen, die sich für das Feedback-Internetportal registriert hatten, als auch Personen, die sich nicht registriert hatten und deshalb kein Feedback erhielten, untersucht. Dabei zeigte sich, dass Haushalte mit Stromverbrauchs-Feedback nicht mehr Strom sparten als die Haushalte ohne Feedback. Feedback hilft also nicht grundsätzlich, mehr Strom zu sparen.

Persönliche Einstellung zur Umwelt motiviert zum Stromsparen

Nur wenn für die registrierten Personen die Umwelt einen hohen Stellenwert hatte, sparten sie auch durch das Feedback des Smart Meters mehr Strom als ohne. Bei Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die sich nicht für ökologische Nachhaltigkeit interessieren, führte das Feedback dazu, dass sie sogar weniger Strom sparten. An diesem Beispiel wird deutlich, dass eine Stromspartechnologie nicht automatisch dazu führt, dass Menschen sie zum Energie- und Ressourcensparen nutzen. Nur wenn jemandem Umwelt- und Klimaschutz ein persönliches Anliegen ist, wird er oder sie Stromspartechnologien auch im beabsichtigten Sinn nutzen. Diese Erkenntnis hilft zu verstehen, warum technologische Effizienzgewinne (zum Beispiel durch Smart Meter) in der Realität häufig hinter den Erwartungen, wie viel Strom sich damit sparen lässt, zurückbleiben.

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