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15.08.2017 | SynErgie

Wie flexibel ist die produzierende Industrie?

Industriearbeiter am Schmelzofen
Quelle: Schott AG

Wenn viel erneuerbarer Strom zur Verfügung steht, könnte die Industrie eine zentrale Rolle dabei spielen, ihn in flexiblen Prozessen zu nutzen. Wie das geht, untersucht das Kopernikus-Projekt SynErgie.

 „SynErgie“ steht für synchronisierte, energieadaptive Produktionstechnik zur flexiblen Ausrichtung von Industrieprozessen auf eine fluktuierende Energieversorgung. Das Kopernikus-Projekt ist auf sechs thematische Cluster verteilt. Das zentrale Cluster I betrachtet dabei bestimmte Produktionsprozesse und Fertigungstechnologien, die kennzeichnend für die jeweilige Branche sind. Die Idee hinter diesem diversifizierten Vorgehen ist, einen möglichst breiten Überblick über alle produzierenden Branchen in Deutschland zu bekommen, und während der ersten Förderphase möglichst viele unterschiedliche Prozesse auf Möglichkeiten zur Flexibilisierung des Strombedarfs zu untersuchen bzw. dazu zu befähigen.

Hieraus ergeben sich höchst unterschiedliche Teilprojekte: So untersucht ein Team aus Forschern der Universität Bayreuth, der Fraunhofer Gesellschaft und der SGL Group  beispielsweise die Möglichkeiten, den stromintensiven Graphitierungsprozess bei der Herstellung von Graphitelektroden kurzzeitig unterbrechen zu können, ohne Abstriche bei der Qualität des Endproduktes in Kauf nehmen zu müssen. Die Elektroden werden während des Prozesses auf ca. 3.000 °C erwärmt – ein Prozess, der ausschließlich mit Strom funktioniert.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt das Teilprojekt beim Lebensmittelhersteller Dr. Oetker: Hier wird untersucht, wie Kühlprozesse zeitlich flexibilisiert werden können. Denn Kühlprozesse sind in der Lebensmittelindustrie für einen Großteil des Strombedarfs verantwortlich. So sollen zu Zeitpunkten, zu denen viel Strom im System zur Verfügung steht, Kühlhäuser „überkühlt“ werden, um sie bei Strommangel nicht mehr kühlen zu müssen. Sich daraus ergebende Forschungsfragen sind beispielsweise folgende: Wie kommt die Information zum Ein-/Ausschalten an die Anlage? Wie weit können die Temperaturfenster ausgereizt werden? Beeinflusst die geänderte Fahrweise den Anlagenverschleiß? Darüber hinaus werden die Forscher gleichzeitig immer die Wirtschaftlichkeit jeder dieser Maßnahmen betrachten. Weitere branchenspezifische Teilprojekte können der Grafik  entnommen werden.

Mehr zum Kopernikus-Projekt SynErgie

Grafik SynErgie Cluster I [PDF, 108.41 KB, nicht barrierefrei]

Ansprechpartner
Carola Sonnet
0228/60884 212
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