Industrielle Anforderungen an die Stromversorgung
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Markt- und Stromsystem

Unternehmen brauchen einen Anreiz, damit sie bereit sind, ihre Energie flexibler einzusetzen. Die Vergütungen an den Märkten für Strom und Systemdienstleistungen können diese Anreize setzen. Wie man die Vor­aussetzungen zur Vermarktung von Nachfrageflexibilität am besten schaffen kann, möchten die Forscher in SynErgie herausfinden.

Dazu haben sie zunächst den Status-Quo bei der Vermarktung der Ener­gieflexibilität analysiert – das heißt, wann und zu welchen Bedingungen die Unternehmen bislang bereit sind, ihre Maschinen herunterzufahren, wenn wenig erneuerbare Energie verfügbar ist – oder sie länger laufen zu lassen, wenn viel vorhanden ist. Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass klar definierte Vermark­tungsmöglichkeiten auf der Verteilnetzebene sinnvoll sind. Sie erhöhen die Produkt­vielfalt der Flexibilität und würden auch kleineren und mittleren Unternehmen die Möglichkeit geben bieten, ihre Flexibilität anzubieten.

Zum anderen müssten einheitliche Datenformate und Standards geschaffen werden, damit es für die Firmen einfacher wird, ihre Nachfrageflexibilität zu vermarkten. Gerade an der Schnittstelle von Ingenieurwissenschaften, (Wirtschafts-)Informatik und Wirtschaftswissenschaf­ten verwenden die Praxispartner viele verschiedene Begriffe für die Konzepte der Energieflexibilität. Der Bedarf für einheitliche Definitionen ist groß. SynErgie hat deshalb ein Modell erstellt, das die Energiefle­xibilität im Energiesystem einordnet. Auf Basis dieses Modells soll Energieflexibilität aus der Perspektive der verschiedenen Marktrollen einheitlich beschrieben werden.

Eine weitere Forschungsfrage ist: Wie hoch muss die Kompensation für Energieflexibilität sein, damit es sich für die Unternehmen lohnt, sie anzubieten? Das hat SynErgie auf mehreren Strommärkten simuliert. Die Einsparpotenziale bei den Stromkosten waren vergleichsweise groß. Zudem haben die Forscher ein Tool entwickelt, das die Praxispartner intuitiv bedienen können. Es bewertet die Wirtschaftlichkeit aktueller und po­tenziell verfügbarer Flexibilitätsmaßnahmen.

Eine gestartete Analyse von Wetterzeitreihen gibt Auskunft darüber, wie sich die Energie­flexibilität auf die Stabilität von regionalen und nationalen Stromnetzen auswirkt.

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