Das Netz der Zukunft

Quelle: KIT

Beim ersten Partnertreffen des Kopernikus-Projekts ENSURE am 4. November in Karlsruhe besprachen 130 Projektteilnehmer die Details der Zusammenarbeit, die Arbeitspakete der Forschungscluster und etablierten einen Projektausschuss. Am Ende der insgesamt zehnjährigen Laufzeit von ENSURE soll ein großtechnischer Netzdemonstrator zeigen, wie die im Projekt entwickelten Strukturen und Konzepte eines ganzheitlichen Energieversorgungssystems ineinandergreifen und so eine optimierte Zusammenarbeit von Stromerzeugern und -verbrauchern ermöglichen.

Elektrische Netze sind inzwischen länderübergreifend europaweit organisiert, gleichzeitig sind in den vergangenen Jahren durch den Ausbau der erneuerbaren Energien Dezentralisierungstendenzen entstanden – beispielsweise durch Solaranlagen auf den Hausdächern privater Stromkunden, die sich so selbst mit Strom versorgen. Wie eine zukünftige, an die Ziele der Energiewende angepasste Versorgungsstruktur aussehen kann, daran werden in den kommenden drei Jahren Forscher aus Elektrotechnik, Ingenieur- und Gesellschaftswissenschaften, und der Informations- und Kommunikationstechnologie arbeiten. Von ihren Ergebnissen hängt ab, wie Windräder und Photovoltaikanlagen bestmöglich in eine nachhaltige Versorgungsstruktur eingebunden werden können, wie Erzeugung und Verbrauch unter den veränderten Randbedingungen aufeinander abgestimmt werden können und welche technologischen und systemischen Veränderungen dazu erforderlich sind. „Konkret geht es uns bei ENSURE um die Frage der Bezahlbarkeit, der Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit von Erneuerbarer Energie in zukünftigen Netzstrukturen für die Strom-, Gas oder Wärmeversorgung“, erläutert Professor Holger Hanselka, Präsident des KIT und Sprecher des ENSURE-Direktoriums.

„Wir brauchen ein digitales Netz“, formulierte Professor Ernst Schmachtenberg, Rektor der RWTH Aachen den hohen Anspruch in diesem Projekt, mit dem innovative Konzepte und zukunftsorientierte Strategien in die Tat umgesetzt werden sollen. Aus ambitionierten Ideen, die dabei entstehen, können sich unmittelbar neue Geschäftsmodelle entwickeln. Die Technik würde in einem solchen Fall den Märkten folgen.

Über drei Projektphasen werden im Rahmen des Kopernikus-Projektes ENSURE fünf Forschungscluster an verschiedenen Aspekten für neue Netzstrukturen arbeiten. Zunächst sind die Inhalte für die erste Projektphase von drei Jahren detailliert ausgearbeitet. Von herausragender Bedeutung für das Forschungsprojekt sind die Interaktion und der Austausch von Forschungsergebnissen über die unterschiedlichen Cluster hinaus.