Kopernikus-Projekt ENavi

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Wie müssen Strom, Gas und Wärme zusammenspielen, damit Haushalte und Industrie immer versorgt sind?

Die Transformation der Energieversorgung hat Auswirkungen auf eine Vielzahl miteinander vernetzter und gegenseitig abhängiger Systeme: das gesamte technologische System, die organisatorischen, politischen und sozialen Strukturen sowie das Verhalten von Unternehmen, Konsumenten und Bürgern. Das Energiesystem als Ganzes wird seine Funktionalität nur aufgaben- und zeitgerecht entfalten können, wenn die Integration der verschiedenen Bereiche gelingt. Neben disziplinären Fragestellungen ist es deshalb erforderlich, Wechselwirkungen und Schnittstellen zu betrachten. Das Energiesystem mit seinen Sektoren Strom, Wärme und Mobilität ist ein komplexes, vernetztes und dynamisches System.

"Die Systemintegration muss unter ganz anderen Prämissen als bisher erforscht werden. Nicht nur mit wissenschaftlichen Analysen, sondern unter Berücksichtigung von politischen und gesellschaftlichen Anforderungen. Bereitschaft zur Energiewende kann man nicht verordnen, darüber muss man nachdenken, die Akzeptanz muss man erforschen", sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka am 13. Oktober 2016 in Jülich. 

Der erste wissenschaftliche Artikel über ENavi ist im Januar 2017 in der Zeitschrift GAIA erschienen: „Ein Kompass für die Energiewende“

Ausgewählte Forschungsaspekte:

  • Entwicklung von systemanalytisch konsistenten Konzepten zur Optimierung des sozio-technischen Energiesystems unter Berücksichtigung der übergeordneten Ziele, Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit, Umwelt- und Klimaverträglichkeit und Überprüfung unter Realbedingungen (Modellregionen)
  • Entwicklung von neuen Konzepten zu Organisationsformen, Markt und Marktregulierungen, Beteiligungsverfahren und Interventionen zur Beeinflussung individuellen Verhaltens
  • Betrachtung von Stand und Perspektiven zum Netzausbau, zu Speicherkapazitäten, zur Nachfrageseite und zur Erzeugung (zentral und dezentral) sowie zu den Wechselwirkungen dieser Dimensionen
  • Analyse der Potenziale und Herausforderungen für Branchen und Regionen durch den Transformationsprozess
  • Entwicklung von Konzepten zur Gestaltung eines dynamischen Verbunds von Markt und staatlicher Regulierung; Lösungen sollten laufend evaluiert und entsprechend der institutionellen Lernkurve modifiziert werden
  • Entwicklung von Steuerungssystemen (Information, Anreizsysteme, Strukturänderungen, gesetzliche Vorschriften) für die Transformation und Vernetzung der Energieversorgung
  • Zielkonflikte lösen: Einbindung gesellschaftlicher Akteure aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft in die Steuerungsprozesse
  • Rechtswissenschaftliche Begleitung zu Regulierung, Legalität und Legitimität der Umsetzung eines Navigationssystems, um die Energiewende rechtssicher zu gestalten