Internationale Perspektive
Arbeitspaket 10

Welche internationale Dimension hat die Energiewende?

Der Klimawandel ist ein globales Phänomen, dessen Folgen weltweit spürbar sind. Das macht auch die Energiewende zu einer globalen Herausforderung. Andere Staaten innerhalb und außerhalb Europas müssen sich ebenfalls an der Energiewende beteiligen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler analysieren vor diesem Hintergrund, wie die deutsche Energiewende mit den Zielen und Politiken anderer europäischen Mitgliedsstaaten sowie auf der EU-Ebene koordiniert werden kann. Die Forschenden berücksichtigen  insbesondere die Wechselwirkung zwischen deutscher Energietransformation und internationaler Entwicklung. Dies beruht auf der Annahme, dass einerseits die europäische Energie- und Klimapolitik sowie globale Energiemärkte die deutsche Energiewende mitbestimmen, andererseits die deutsche Energietransformation internationale Entwicklungen maßgeblich beeinflusst. Weitere Studien befassen sich mit der Umsetzung der Energiewende in China und der Integration von Erneuerbaren Energien, insbesondere Windkraft, in Brasilien.

Prozesse der Energietransformation können in vielen Ländern beobachtet werden. Die Auseinandersetzung mit andernorts gemachten Erfahrungen bietet dabei einen wichtigen Ansatzpunkt für die Analyse von Chancen und Problemen der deutschen Energiewende.

Jörg Kemmerzell, Technische Universität Darmstadt

Klima- und Energiepolitik im internationalen Vergleich

Das Forscherteam untersucht, wie andere Länder die Energiewende europäisch und international besser einbetten. Sie erstellen Länderstudien zur Energie- und Klimapolitik in Polen, Österreich und Deutschland. Die Erkenntnisse dienen einer verbesserten Koordinierung der deutschen Energiewende mit den Zielen und Politiken anderer EU-Mitgliedsstaaten sowie auf der europäischen Ebene.

Für eine verbesserte Aussagekraft von EU-Modellen werden das globale Modell REMIND, das Strommarktmodell LIMES sowie das energieökonomische Modell TIMES PanEU weiterentwickelt. Ziel ist es, die Energiewende in Deutschland und in anderen EU-Mitgliedsstaaten realistischer abzubilden.

Außerdem betrachten die Forschenden die Instrumente und Mechanismen der EU Klima- und Energiepolitik. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen sie auf europäischer Ebene. Der Emissionshandel, die Integration der Erneuerbaren Energien sowie Energieeffizienzbestrebungen stehen dabei im Mittelpunkt. Wie ambitioniert der europäische Klimaschutz ist, wird durch einen internationalen Vergleich evaluiert. Die Klimaschutzambitionen der EU einschließlich Deutschlands stellen die ENavi-Forschenden in den Kontext internationaler Klimaverhandlungen gestellt. Dazu gehört auch, dass sie Indikatoren zur Bewertung der Anstrengungen erstellen. Sie machen Vorschläge, wie Lasten zur Erreichung gemeinsamer globaler Klimaschutzziele angemessen verteilt werden können.

Zusätzlich erörtern die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit internationalen Fallstudien den Ausbau erneuerbarer Energien in Schwellenländern sowie Anknüpfungspunkte an die deutsche Energiewende.

Dr. Michael Pahle

Potsdam Institut für Klimafolgenforschung e.V. (PIK), +49 (0)331 2882651, michael.pahle@pik-potsdam.de

  • Arbeitspaket 3 Wirtschaftlicher Instrumentencheck 
  • Arbeitspaket 10 Internationaler Blickwinkel, Themenkoordinator Stromsystem

Publikationen aus Arbeitspaket 10

Welche Bedeutung haben Auktionen für die Energiewende?

Die Studie des IASS untersucht den Einfluss unterschiedlicher Faktoren auf die Windenergiebranche am Beispiel Brasiliens. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Auktionen. In den letzten Jahren haben diese nämlich international immer mehr an Bedeutung für die Energiewende gewonnen. (Text auf Englisch)

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Wie effektiv sind Ausschreibungen für die Energiepolitik?

Ausschreibungen sind ein wichtiges Instrument für die globale Energiepolitik. Aber wie erfolgreich sind sie überhaupt? Die Studie des IASS beschäftigt sich nun mit den Effekten auf Wind- und Solarenergieanlagen in ausgewählten Ländern. (Text auf Englisch)

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