Schwerpunkt Verkehrswende
Transformation des Verkehrssystems

Wie schaffen wir die Verkehrswende?

Zur Publikation "Transformation des Verkehrssystems mit Fokus auf Policy Packages"Mit dem Beschluss des Klimaschutzplans 2050 im November 2016 formulierte die Bundesregierung konkrete Strategien zur Treibhausgasreduktion. Ziel ist dabei, Deutschland bis zum Jahr 2050 nahezu treibhausgasneutral werden zu lassen. Das Kopernikus-Projekt E-Navi untersucht, wie sich diese ehrgeizigen Ziele für alle Beteiligten verträglich umsetzen lassen. Analog zu den Themen Stromwende und Wärmewende wurde jetzt die Verkehrswende als Schwerpunktthema betrachtet.

Die Dekarbonisierung des gesamten Verkehrssektors in der geplanten Zeit stellt eine der großen Herausforderungen der Energiewende dar. In den letzten Jahren sind die Emissionen wieder angestiegen und Verkehrsleistungen in den Bereichen Personen- und Güterverkehr haben zugenommen. ENavi kann für eine langfristig erfolgreiche Strategie zur Dekarbonisierung des Verkehrssektors wichtige Impulse geben. Das Projekt untersucht für seine Lösungsvorschläge zunächst die ökologische Aspekte, Akzeptanzfragen oder die politische Umsetzbarkeit und internationale Implikationen bevor es eine  techno-ökonomischen Analyse durchführt. Dadurch wird verhindert, dass technisch mögliche Problemlösungen an beispielsweise der Akzeptanz durch die Öffentlichkeit scheitern. Dieser Lösungsweg birgt ein hohes Maß an Komplexität. Um diesem gerecht zu werden hat sich ENavi das Ziel gesetzt, ausgewählte und Erfolg versprechende Maßnahmenbündel (sogenannte „Policy Packages“) zu entwickeln und vergleichend sowie mehrdimensional zu betrachten.

Die Policy Packages

Unter dem Begriff „Policy Package“ ist ein Maßnahmenbündel zu verstehen, das zielkonforme Transformationspfade ermöglicht. Im Zentrum steht die Folgenabschätzung von mehreren Policy Packages, die beide Transformationspfade „Multi- und Intermodalität“ und „Alternative Antriebe“ auszulösen in der Lage sind. Diese Packages wurden über mehrere iterative, zum Teil transdisziplinäre Ansätze entwickelt, um eine breite inhaltliche Fundierung zu gewährleisten. Jedes Maßnahmenbündel besteht aus mehreren Kernmaßnahmen und entsprechenden flankierenden Maßnahmen. Im nächsten Schritt sollen diese Maßnahmenbündel in einer Folgenabschätzung analysiert und auf ihre Umsetzbarkeit hin bewertet werden.

Unter anderem setzen sich die Forschenden beim ENavi-Schwerpunktthema Verkehrswende mit folgenden Fragen auseinander:

  • Welche Fahrzeuge stehen zukünftig zur Verfügung?
  • Welche Ressourcen nehmen werden von diesen in Anspruch genommen und wo kommt es dadurch zu Ressourcenknappheit?
  • Wie sind die Entwicklungszyklen zukünftiger Fahrzeuge und ihre Lebensdauer? Wie verhalten sich diese zu den Ausbaudynamiken?
  • Wie sieht die Technologieentwicklung für den ÖPNV aus? Welche möglichen Wechselwirkungen mit dem Stromsystem sind zu beachten?
  • Welche ökonomischen Konsequenzen sind durch den Umstieg auf alternative Antriebe zu erwarten?
  • Sind die Policy Packages rechtskonform?
  • Lösen die Policy Packages unbeabsichtigte Verhaltensweisen aus? Welche (ggf. internationalen) erfolgreichen Beispiele gibt es?

Publikationen

 

Dr. Dirk Scheer

Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT),  ++49 0721 608 22995, dirk.scheer@kit.edu 

  • Themenkoordinator Verkehrssystem
  •  ENavi-Arbeitspaket 1: Roadmap und Navigation
Unsere Website verwendet Cookies und die Analytics Software Matomo. Mehr Information OK