Aktuelles
30.07.2019 | SynErgie

Probebetrieb für „Virtuelle Batterie“ gestartet

TRIMET Aluminium SE
120 Elektrolyseöfen in der Essener Aluminiumhütte haben den Probebetrieb als „Virtuelle Batterie“ aufgenommen.
Quelle: TRIMET Aluminium SE

TRIMET in Essen stellt Aluminium her. Dazu braucht das Unternehmen sehr viel Energie. Damit man dabei erneuerbaren Strom besser nutzen kann, muss die Produktion flexibler werden. Eine Lösung sind Elektrolyseöfen, die als Energiespeicher dienen. Im Mai haben 120 Elektrolyseöfen in der Essener Aluminiumhütte den Probebetrieb als „Virtuelle Batterie“ aufgenommen.

„Wir haben den Elektrolyseprozess zur Produktion von Aluminium neu erfunden. Erstmals können wir die Energiezufuhr im laufenden Betrieb signifikant variieren. So reagieren wir auf Veränderungen im Stromangebot zum Vorteil der Versorgung der Haushalte in Essen“, sagt Philipp Schlüter, Vorsitzender des Vorstands von TRIMET. „Als Aluminiumhersteller sind wir naturgemäß ein energieintensiver Betrieb. Als solcher sind wir aber eben auch wertvoller Partner für die Energiewende“, so Schlüter weiter. 

Um das Flexibilisierungspotential der Aluminiumelektrolyse nutzen zu können, hat TRIMET am Standort Essen eine innovative Aufrüstung einer der bestehenden Elektrolysehallen unternommen, die in dieser Form weltweit einmalig ist. Im Rahmen des Kopernikus-Projektes SynErgie wurde eins der drei Aluminium- Elektrolyse-Systeme zur Ermöglichung eines flexiblen Betriebes (FLEX-Elektrolyse) mit einer sogenannten Magnetfeldkompensation ausgerüstet, um die störenden Effekte des prozessbedingt starken Gleichstrom-Magnetfeldes zu verringern. Als Ergebnis dieser Magnetfeldkompensation werden die durch einen veränderlichen Elektrolysestrom verursachten magnetischen Störungen des Prozesses weitgehend eliminiert und so die Voraussetzungen für eine Flexibilisierung geschaffen. Damit ist ein Reallabor mit 120 steuerbaren Produktionszellen entstanden. Neben der FLEX-Elektrolyse hat TRIMET außerdem zusammen mit der Bergischen Universität Wuppertal einen steuerbaren Wärmetauscher entwickelt, der die Temperatur im Ofen trotz unsteter Energiezufuhr konstant hält.

Mit der Umstellung der Öfen in der Halle eins des Essener Werks können dort für bis zu 48 Stunden mal 25 Prozent mehr oder 25 Prozent weniger Strom abgenommen werden, ohne dass die Aluminiumproduktion unterbrochen wird. Bei Bedarf kann auch bis zu einer Stunde der Energiebedarf auf null gesenkt werden. So können zum Nutzen der Energiewende bis zu 2.000 Megawattstunden Strom gespeichert werden. Somit hat die „Virtuelle Batterie“ die Kapazität eines mittelgroßen Pumpspeichers. 

Im Video erfahren Sie mehr zu den technischen Herausforderungen der „Virtuellen Batterie“

Zur Pressemeldung von TRIMET

Unsere Website verwendet Cookies und die Analytics Software Matomo. Mehr Information OK