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02.02.2018 | P2X

Fortschritte der Power-to-X-Forschung

P2X Tag in Frankfurt
Die drei P2X-Koordinatoren (v. links): Prof. Kurt Wagemann, Prof. Rüdiger Eichel und Prof. Walter Leitner. Quelle: Projektträger Jülich/Sonnet

Der P2X-Tag in Frankfurt am Main hat deutliche Fortschritte der Power-to-X-Forschung gezeigt: Seit knapp anderthalb Jahren arbeiten die Forscher im Kopernikus-Projekt P2X an der Elektrolyse und Katalyse, um aus Kohlendioxid einen wertvollen Rohstoff zu machen und dafür erneuerbaren Strom zu nutzen – damit diese Energie eines Tages besser gespeichert werden kann - in Kunststoffen, Kraftstoffen und Chemikalien.

Wasserstoff kann man für vieles verwenden – eine Möglichkeit ist, ihn zu tanken, in Autos mit Brennstoffzellen. Das würde die CO2-Emissionen im Verkehr senken – wenn der Wasserstoff mit Hilfe von erneuerbarer Energie hergestellt wird, wäre das noch besser für die Umwelt. Daran arbeiten im Kopernikus-Projekt P2X verschiedene Wissenschaftler. Prof. Peter Wasserscheid von der FAU Erlangen beispielsweise hat ein Verfahren entwickelt, um den Wasserstoff über flüssige Wasserstoffträger – so genannten LOHCs – zu speichern und an die Tankstellen im ganzen Land zu verteilen. Ein chinesisches Unternehmen hat großes Interesse an der Technologie.

Zwei Tage lang präsentierten die Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft ihre Forschungsergebnisse und tauschten sich miteinander aus. Eine weitere vielversprechende Wertschöpfungskette, die sich aus dem Projekt heraus entwickelt, ist die zur Herstellung von synthetischen Kraftstoffen auf Basis von CO2 und Wasserstoff. Prof. Regina Palkovits von der RWTH Aachen stellte verschiedene Verfahren vor, um Oxymethylenether (OME) zu produzieren, die man entweder zu Kraftstoffen oder Kunststoffen verarbeiten kann. Das Projekt Rheticus, das aus P2X hervorgegangen ist, zeigt einen weiteren möglichen Anwendungsfall, bei dem Siemens und Evonik zusammenarbeiten, um Spezialchemikalien zu entwickeln.

Das wichtigste, darin waren sich die P2X-Partner einig, ist es auch weiterhin technologieoffen zu forschen und sich nicht zu früh auf eine Möglichkeit festzulegen. Um herauszufinden, wie akzeptiert die verschiedenen Technologiepfade in der Bevölkerung sein werden, arbeiten die Vertreter der P2X-Roadmap zusammen, die das gesamte Projekt begleitet. Eine erste Version der Roadmap mit Einordnungen der bisherigen Forschungsergebnisse wird im Sommer 2018 veröffentlicht. In den kommenden Monaten werden deshalb aus jedem der P2X-Forschungscluster die Ergebnisse und die Bewertungen in die erste Version der Roadmap einfließen und die Vertreter der Zivilgesellschaft im Projekt kommentieren und ordnen diese ein. Dabei können auch schon erste Hinweise aus Interviews und Workshops mit Schülern und jungen Erwachsenen einfließen, die unter der Federführung des WWF zu P2X befragt werden sollen. Die Idee dahinter: Bis eine der Power-to-X-Technologien in die Anwendung geht und sich am Markt durchsetzt, werden die Schüler und jungen Erwachsenen von heute die Entscheider und Verbraucher sein, die maßgeblich entscheiden, wie akzeptiert die Lösungen sind, die aus den Kopernikus-Projekten in den kommenden Jahren entstehen.

Das Fazit der beiden Tage: Die Kopernikus-Projekte werden bis zum Ende der ersten Förderphase enger zusammenarbeiten und sich über ihre Ergebnisse austauschen. Als Basis für die Zusammenarbeit sollen gemeinsame Energieszenarien für die Modellrechnungen genutzt werden, damit die Ergebnisse aus allen vier Projekten vergleichbar werden. Die P2X-Forschungscluster werden auch innerhalb des Projektes enger zusammenarbeiten und ihre Ergebnisse verständlich aufbereiten, damit die Verfahrenstechniker verstehen, woran die Chemiker arbeiten und umgekehrt und damit den zivilgesellschaftlichen Partnern eine Einordnung und Bewertung der Ergebnisse möglich ist.

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