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08.03.2019 | ENavi

Soziale und gerechte Energiewende

Quelle: imacoconut - stock.adobe.com
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Was kann die Politik tun, um die Energiewende verbraucherfreundlicher zu gestalten? Wann unterstützen die Menschen die Energiewende auch im Alltag? Diese Fragen diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft auf einer Dialogveranstaltung in der Geschäftsstelle des Naturschutzbund Deutschland (NABU) in Berlin. Eingeladen hatte das Kopernikus-Projekt ENavi.

Viele Menschen erkennen den Klimawandel als Problem. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass sie ihr Verhalten ändern. In ihrem Vortrag betonte die ENavi-Forscherin Ellen Matthies von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, das Problembewusstsein der Menschen sei eine wichtige Ressource für die Energiewende. Energiewendefreundliche Verhaltensweisen müssten aber erleichtert, unerwünschte dagegen erschwert werden. Das könnte zum Beispiel durch starke Anreize, Preise und Regulierung erfolgen. Dann könne sich das Problembewusstsein leichter in erwünschtes Konsumverhalten zum Beispiel beim Heizen oder der Wahl der Verkehrsmittel umsetzen lassen. 

Daniela Setton vom Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung in Potsdam (IASS) wies darauf hin, dass einkommensschwache Haushalte häufig einen vergleichsweise geringen Energieverbrauch haben und fragte, ob wir nicht genau diese Menschen belohnen müssten, da sie am wenigsten zu CO2-Emissionen beitragen.

Die zentralen Botschaften der anschließenden Diskussion:

Was kann die Politik tun, damit die Menschen Energie sparen?

  • Viele Menschen sind vom Klimaschutz überzeugt: Die Politik kann durch Anreize, Preise und Gesetze helfen, dass diese Überzeugungen leichter zu leben sind.
  • Ein Großteil unseres Verhaltens ist Gewohnheit: Menschen brauchen Möglichkeiten, um klimaschonendes Verhalten ausprobieren zu können.
  • Hierfür wären Wettbewerbe ein Ansporn: In manchen Kommunen können Privathaushalte sich zusammenschließen und gegen ihre Bürgermeisterin wetten, dass die Gemeinde ihre CO2-Emissionen um einen bestimmten Prozentsatz verringern kann.
  • Geringverdiener brauchen Unterstützung: Einkommensschwächere Haushalte brauchen Zugang zu energiesparsamen Haushaltsgeräten und Heizungsanlagen.
  • Die Vorteile der Energiewende müssen sichtbar werden: Die Politik muss für die Energiewende werben und der Bevölkerung Chancen und Nutzen der Energiewende vermitteln.

Wie kann die Politik die Energiewende sozial gerechter gestalten?

  • Verluste müssen offen angesprochen werden: Die Politik muss denjenigen, die durch die Energiewende (zumindest kurzfristig) Verluste erleiden, Alternativen aufzeigen oder Entlastung anbieten.
  • Die Energiewende kostet, und wer wie viel zahlt ist ein zentrales Thema: Die Kosten müssen gerechter verteilt werden.
  • Energiesparendes Verhalten gehört belohnt: Die Politik muss geringen Energieverbrauch anerkennen, mit Worten und materiell.
  • Wir brauchen Gerechtigkeit beim Schutz der Menschen und der Umwelt: Der aktuelle Zustand mit viel schmutziger Energie erzeugt schon heute gesundheitliche und ökologische Schäden in großem Ausmaß. Sie betreffen manche Menschen mehr als andere.

Mehr zur Veranstaltung können Sie im Veranstaltungsbericht lesen.

Ansprechpartner

Carola Sonnet

0228/60884 212
c.sonnet@fz-juelich.de

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