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13.10.2017 | SynErgie

Erste Ergebnisse von SynErgie

Gruppenbild SynErgie 12.10.2017
Quelle: TU Darmstadt

Ein mittelständisches Unternehmen aus Schwaben, einer der größten Zeitungspapierhersteller mit kleiner werdendem Markt, ein Spezialglashersteller für Ceran-Kochfelder, die mittlerweile fast jeder in seiner Küche hat – sie alle arbeiten zusammen im Kopernikus-Projekt SynErgie um herauszufinden, wie man ihre Maschinen synchronisieren kann mit dem Strom aus Wind und Sonne.

Ein Jahr nach dem Projektstart haben die SynErgie-Partner an der TU Darmstadt ihre bisherigen Arbeiten und erste Ergebnisse vor 150 Teilnehmern vorgestellt. „Unser Thema ist kein nationales, sondern ein weltweites“, sagte Professor Eberhard Abele von der TU Darmstadt zu Beginn des Treffens. Die Gesamtprojektziele hätten eine entscheidende Bedeutung für den Erfolg der Energiewende, so Abele.

Christoph Rövekamp vom Bundesforschungsministerium, das die Kopernikus-Projekte über zehn Jahre mit insgesamt 400 Millionen Euro fördert, plädierte dabei für Technologieoffenheit und appellierte an die gesellschaftliche Verantwortung der Forschung. Er rief die Forscher dazu auf, sich zu vernetzen und das im Projekt täglich entstehende Wissen zu nutzen – aber forderte auch eine übergreifende Zusammenarbeit mit den anderen drei Kopernikus-Projekten ENSURE, P2X und ENavi.

Anschließend stellten die sechs Projektcluster ihre bisherigen Ergebnisse vor: Das erste Forschungscluster, das sich mit den Schlüsselproduktionsprozessen beschäftigt, kam zu dem Ergebnis, dass es sinnvoll ist die Industrien auch miteinander zu vernetzen um die Flexibilität optimal in die Produktionsprozesse zu integrieren.

Dazu zeigte das Beispiel des Spezialglasherstellers SCHOTT AG sehr anschaulich, wie eng der Qualitätsanspruch und der Energiebedarf zusammenhängen. Je hochwertiger das hergestellte Glas sein soll, desto größer ist die für das Schmelzen benötigte Energie. Deshalb verursacht die Energie in der Produktion die höchsten Kosten. Bisher hat SCHOTT die großen Schmelzwannen, die Temperaturen bis zu 1600 Grad aushalten müssen, zum größten Teil fossil befeuert. Heute gibt es jedoch auch hybridbefeuerte Öfen, die mit Gas und Strom erhitzt werden, um so fossile Energieträger nach und nach ersetzen zu können. Doch wenn das Angebot an erneuerbarer Energie stark schwankt, wirkt sich das sofort auf die Qualität der Glasprodukte aus.

Das zweite Beispiel des Spezialpapierherstellers UPM, der nicht nur Zeitungspapier produziert, sondern auch Magazinpapier, z. B. für den IKEA-Katalog, zeigte die Flexibiliätspotenziale beim Mahlen der Vorprodukte für Papier. Die Frage ist hier, wie oft man die Mahlanlage hoch- und runterfahren kann, ohne dass die Qualität darunter leidet. Dafür wird im Projekt SynErgie eine Anlage von UPM im Testbetrieb energieflexibel gefahren.

Professor Thomas Bauernhansl von der Universität Stuttgart kündigte an für eine Energiesynchronisationsplattform 2019 bereits den ersten Demonstrator vorstellen zu können. Der soll perspektivisch nicht nur für Strom, sondern auch für andere Energieformen gelten, z. B. für Wärme.

Das 2. SynErgie Gesamtprojekttreffen zeichnete ein vollständiges Bild über das Projekt SynErgie und hat sowohl den Austausch der Projektpartner untereinander, als auch den Austausch zwischen den Kopernikus-Projekten befördert. Alle Teilnehmer, ob aus SynErgie, den Schwesterprojekten oder aus dem BMBF waren sich einig: Kommunikation und Vernetzung sind die Schlüssel zum gemeinsamen Erfolg!

Ansprechpartner
Carola Sonnet
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