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27.04.2018 | Kopernikus-Projekte

Kopernikus-Projekte präsentieren Ergebnisse auf der Hannover Messe

Quelle: Till von Versen/VDI Technologiezentrum
Auf dem Podium von links nach rechts: Maike Schmidt (ZSW), Moderator Dr. Robert Brandt (BEE) , Prof. Rüdiger Eichel (FZJ), Prof. Rik De Doncker (RWTH) und Prof. Gilbert Fridgen (FIT)
Quelle: Till von Versen/VDI Technologiezentrum

Die vier Kopernikus-Projekte ENSURE, P2X, ENavi und SynErgie nutzten die internationale Plattform der Hannover Messe um sich vorzustellen und mit den Besuchern über die Herausforderungen der Energiewende zu diskutieren.

Nach einem erfolgreichen Messedebüt im vergangenen Jahr standen die vier Kopernikus-Projekte auch dieses Jahr auf der Hannover Messe gemeinsam auf der Bühne. Auf der Integrated Energy Plaza, einer Ausstellungsfläche mit Fokus auf dem integrierten Energiesystem der Zukunft, sprachen Prof. Rik De Doncker von der RWTH Aachen über neue Netzstrukturen (ENSURE), Prof. Rüdiger Eichel vom Forschungszentrum Jülich (FZJ) über die Möglichkeiten von Power-to-X (P2X), Prof. Gilbert Fridgen vom Fraunhofer Institut für angewandte Informationstechnik (FIT) über die Synchronisierung der Industrie mit erneuerbaren Energien (SynErgie) und Maike Schmidt vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW) über die Transformation des Energiesystems und mit welchen Instrumenten diese aus Sicht des Kopernikus-Projekts ENavi gelingen kann.

Im Eröffnungsvortrag erläuterte Prof. De Doncker wie sich ENSURE um eine zukünftige Systemgestaltung für eine zuverlässige und sichere Energieversorgung bemühe. Dazu betrachte das Projekt Erzeugungs- und Verbrauchszenarien, Netzstrukturen, die Systemführung und insbesondere auch neue Technologien. Ferner sei die praktische Umsetzung und Erprobung in großtechnischen Demonstratoren ein weiteres zentrales Ziel. De Doncker betonte, wie entscheidend neben der vorhandenen Netztechnologie auch die entsprechenden Prüfstände und Demonstratoren zum Erfahrungsgewinn seien. „Uns fehlen die Normen“, fasste De Doncker einen Teil der Herausforderungen zusammen.

Anschließend erläuterte Eichel welche Rolle Power-to-X im deutschen Energiesystem haben werde und welche Syntheserouten dabei denkbar sind. Er ist sich sicher: „Power-to-X ist die Schlüsseltechnologie für die Sektorenkopplung“. Maßgeschneidertes Synthesegas sei dabei der Kern des Verfahrens: „Damit haben wir einen Chemiebaukasten zur Verfügung“. Das P2X-Konsortium ist in Upstream- und Downstream-Anwendungen unterteilt. Erstere untersuchen die verschiedenen Formen der Elektrolyse zur Wasserstoffgewinnung, letztere nehmen unter anderem Transportmöglichkeiten und bestimmte chemische Endprodukte unter die Lupe. Eichels Wunsch ist es dabei mit dem Projekt P2X einen Beitrag zur CO2-Wertschöpfung zu leisten. Dass die Erforschung von Power-to-X-Technologien auch global von Relevanz ist und nicht nur deutsche Akteure beschäftigt, könne man an den viele Rückfragen zum Projekt aus dem Ausland ablesen.

Gilbert Fridgen stellte gleich zu Beginn seines Vortrags für das Projekt SynErgie klar: „Unser Projekt hat zum Ziel die Industrie bereit zu machen, um auf starke Schwankungen im Energiesystem angemessen reagieren zu können“. Dass man die Industrie so explizit in den Fokus nehme sei bei ihrem Anteil am Stromverbrauch nur konsequent. „Wenn Sie eine Aluminiumhütte flexibilisieren können, dann brauchen Sie gar nicht erst anfangen Waschmaschinen mit intelligenter Technik auszustatten“, machte Fridgen deutlich. Bei der Modellierung von Markt- und Stromsystemen sei beispielsweise errechnet worden, dass ein Unternehmen dank Flexibilisierungsmaßnahmen den Börsenstrompreis um 40-50% senken könnte. Man sei außerdem dabei eine gemeinsame IKT-Plattform aufzubauen, auf der die verschiedensten Optimierungslösungen gemeinsam Anwendung finden könnten. „Wir brauchen politische Signale“, forderte Fridgen in seinem abschließenden Plädoyer.

Maike Schmidt berichtete für das Projekt ENavi von den drei Schwerpunkten, die das Konsortium verfolgt. Dazu zählen Fragen zur Transformation des Energiesystems, der Nutzerintegration durch intelligente Steuerung, sowie die Dekarbonisierung des Verkehrs. Schmidt erläuterte wie die Energiewende-Navigation funktionieren soll, welche Kriterien für die Beurteilung verschiedener Lösungen genutzt werden, sowie die Bedeutung von Policy Packages, also Empfehlungen für die Politik, die aktuell im Konsortium erarbeitet werden.

Im Anschluss an die Präsentationen der vier Projekt-Partner diskutierten diese mit dem Publikum und miteinander über die Herausforderungen der Energiewende. Rund 80 Personen nahmen an der Veranstaltung teil. Robert Brandt, vom Bundesverband für Erneuerbare Energien (BEE) moderierte die Diskussion.

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Carola Sonnet, c.sonnet@fz-juelich.de , 0228/60884 212