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31.08.2018 | P2X

P2X-Roadmap veröffentlicht

Quelle: FONA/photothek, FZJ
Quelle: FONA/photothek, FZJ

Das Kopernikus-Projekt P2X erforscht, wie erneuerbare Energie flexibel genutzt und gespeichert werden kann. Die P2X-Roadmap begleitet den Prozess, bewertet die Forschungsergebnisse und ordnet sie in den Kontext der Energiewende ein. Nun ist die erste Roadmap erstmals öffentlich zugänglich.

Die Roadmap zeigt, wann es sinnvoll ist, Power-to-X-Technologien einzusetzen und wie gut verfügbar die dafür nötigen Rohstoffe Strom, Wasser und CO2 sind. Aus erneuerbaren Energien könnten dann Grundstoffe für die Chemieindustrie, Kunststoffe und synthetische Kraftstoffe hergestellt werden. Damit die Forscher die Technologien bewerten können, legen sie in der Roadmap ein vereinfachtes Stromerzeugungsmodell zugrunde: Es unterscheidet, ob PtX nur genutzt wird wenn gerade Solar- und Windstrom verfügbar ist oder kontinuierlich betrieben wird.

Die Nachhaltigkeit der Technologien bewerten sie mit ökologischen, ökonomischen und sozialen Akzeptanzkriterien. Das Ziel von Power-to-X ist es, fossile Energieträger nach und nach zu ersetzen. Die Sektoren Strom, Verkehr und Wärme könnten so miteinander gekoppelt werden, was wichtig für das Gelingen der Energiewende ist. Allerdings gibt es bis dahin noch viele offene Fragen, die die Projektpartner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft kontrovers diskutieren:

  • Wie sehen die deutschen Klimaziele bis 2050 konkret aus?
  • Wie realistisch sind die Annahmen des Energiemodells, mit dem die Roadmap arbeitet?
  • Wie bewerten die Projektpartner die Emissionen aus dem Stromsektor?
  • Wenn Power-to-X es schafft, CO2 zu vermeiden, wem wird die geringere Emission dann zugeschrieben?
  • Was kann P2X zum Erfolg der Energiewende beitragen?

Die Roadmap ist ein lebendes Dokument, das beständig mit neuen Ergebnissen aus dem Projekt angereichert wird und durch die Diskussion im Konsortium weiterentwickelt wird. Die Ergebnisse dieser ersten Roadmap zeigen, dass mittels PtX hergestellte, synthetische Kraftstoffe in Zukunft vor allem für Schiffe und Flugzeuge relevant werden. Beim Heizen könnte fossiles Erdgas mit synthischem Gas aus CO2 und Wasserstoff ersetzt werden. Für die Chemiebranche könnten synthetische Rohstoffe in Zukunft wichtiger werden, um Produkte nicht mehr aus Erdöl und Ergas-Bestandteilen herstellen zu müssen. Ausschlaggebend ist, wie schnell sich die Power-to-X-Technologien weiterentwickeln, wann sie wirtschaftlich sein werden und wie groß die Akzeptanz dafür in der Bevölkerung ist. Denn um P2X in einem relevanten Maßstab umsetzen zu können, ist beispielsweise sehr viel mehr erneuerbare Energie nötig, als auf absehbare Zeit in Deutschland zur Verfügung steht.

Die Roadmap zeigt, dass Power-to-X-Technologien wesentlich zur Sektorkopplung beitragen können. Welche der möglichen  Optionen zur Nutzung sinnvoll und nachhaltig sind, muss weiter erforscht werden.

Mehr zum Kopernikus-Projekt P2X

P2X-Roadmap [PDF, 7.44 MB, nicht barrierefrei]

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