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14.08.2018 | ENavi

Populismus, postfaktische Politik und lokaler Widerstand

Quelle: Paul Manuel Aviles Baker
Quelle: Paul Manuel Aviles Baker

ENavi-Forscherinnen haben als Gastherausgeberinnen eine Sonderausgabe der Fachzeitschrift Energy Research konzipiert und verantwortet. Auf dem Weltkongress der International Political Science Association wurden die Ergebnisse diskutiert.

Rechtspopulistische Parteien und Bewegungen stellen den wissenschaftlichen Konsens über die Ursachen für den Klimawandel in Frage. Sie kritisieren die Abgabe nationalstaatlicher Souveränität bei internationalen Klimaabkommen und sind auf den unmittelbaren Nutzen der Energietransformation für die eigene Nation fokussiert. Parallel zu dieser Entwicklung professionalisieren sich Organisationen sogenannter Klimaskeptiker oder gar -leugner und versuchen, Einfluss auf den öffentlichen Diskurs zu nehmen, ähnlich wie seit vielen Jahren aus den USA bekannt. Gleichzeitig wird aber auch deutlich, dass die den Modellen der Klimaforschung inhärente Unsicherheit immer schon strategisch genutzt wurde, um politische Forderungen im Kontext von Energietransformationen durchzusetzen.

Michèle Knodt und Cornelia Fraune haben als Gastherausgeber das Special Issue „Sustainable energy transformations in an age of populism, post-truth politics, and local resistance“ konzipiert und verantwortet. Die Sonderbeilage erscheint in der September-Ausgabe (Volume 43) der internationalen Fachzeitschrift Energy Research and Social Science. Die beiden Forscherinnen arbeiten für das Kopernikus-Projekt ENavi des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Das Special Issue ist unter folgendem Link abrufbar: hier weiterlesen.

Autorinnen und Autoren aus Deutschland, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Neuseeland, Schweden, der Schweiz und den USA analysieren darin die aktuellen gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen für die Transformation des Energiesystems von fossilen zu erneuerbaren Ressourcen. Ihre Texte zeigen, dass Transformationsprozesse wie die deutsche Energiewende nicht nur durch technische Herausforderungen und Innovationen gekennzeichnet sind, sondern vor allem durch politische, gesellschaftliche und kulturelle Spannungen und Konflikte. Diese gesellschaftspolitischen Spannungen und Konflikte kommen in den aktuellen politischen Entwicklungen zum Ausdruck.

Einige der Beiträge zeigen, dass sich Entwicklungen auf der gesellschaftlichen Ebene auch auf der individuellen Ebene widerspiegeln. Die Gründe für Widerstand gegen spezifische Energietechnologien sind dabei komplex und vielfältig und unterscheiden sich in Abhängigkeit vom regionalen Kontext. Umgekehrt zeigen einige Beiträge auch, welche Spannungen zwischen lokalem Engagement für erneuerbare Energien und dem in supra- und internationalen Verträgen verankerten Prinzip des freien Marktes existieren.

Energy Research and Social Science erscheint im Elsevier-Verlag und wird mit einem Impact Factor von 3.8 bewertet.

Zur weiteren fachlichen Diskussion der Ergebnisse des Special Issues organisierten die ENavi-Forscherinnen Knodt und Fraune ein Panel auf dem World Congress der International Political Science Association, der vom 22. bis zum 25. Juli 2018 in Brisbane stattfand. 

Der Link zur Fachzeitschrift: hier weiterlesen

Der Link zur Konferenz: hier weiterlesen

Auf dem Bild sind abgebildet (von links nach rechts): Prof. Dr. Michèle Knodt (Chair), Dr. Cornelia Faune (Discussant), Dr. Rosa Fernandez, Corinna Altenburg, Dr. Aleksandra Wagner, Dr. Julie MacArthur

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