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30.08.2018 | SynErgie

Vom Elektrolyseofen zur virtuellen Batterie

 Projektpartner bei ihrem Besuch bei TRIMET Aluminium SE
Quelle: TRIMET Aluminium SE

TRIMET in Essen stellt Aluminium her. Dazu braucht das Unternehmen sehr viel Energie. Wie man erneuerbaren Strom besser in die Produktion integrieren kann, erforscht das Kopernikus-Projekt SynErgie. So könnte in Zukunft ein Elektrolyseofen als Energiespeicher genutzt werden.

„Visit-the-Best“, so nennt SynErgie eine Reihe für die Projektpartner, bei denen an konkreten Beispielen gezeigt wird, wie sich die Industrieprozesse in Zukunft flexibler gestalten lassen. Das Ziel von SynErgie ist, Energie effizient, flexibel und nachhaltig zu nutzen. Die TRIMET Aluminium SE in Essen ist einer der wichtigsten Industriepartner im Projekt. Denn das Unternehmen gewinnt Aluminium aus Aluminiumoxid. Der hierfür zur Anwendung kommende Elektrolyseprozess ist sehr energieintensiv. Der Energiebedarf des Unternehmens entspricht dem einer Stadt mit 500.000 Einwohnern. Der Hebel, den man hier für die Flexibilisierung ansetzen kann, ist also groß.

Der Werksleiter Andreas Lützerath gab den Projektpartnern bei ihrem Besuch einen kurzen Überblick über die Aluminiumproduktion bei TRIMET. Daraufhin schilderte Roman Düssel die Energieflexibilisierungsmaßnahmen bei der Aluminiumherstellung und erklärte, wie die Elektrolyseöfen als „virtuelle Batterie“ genutzt werden können: Nach Abschluss der Forschungsarbeiten sollen die Elektrolyseöfen über einen bestimmten Zeitraum überschüssige Leistung aus dem Stromnetz aufnehmen können – dies entspricht dem Aufladen der Batterie. Wenn die Batterie vollgeladen ist, kann die elektrische Leistung der Öfen für einen entsprechenden Zeitraum reduziert werden – das entspricht dem Entladen. Für das Stromnetz haben die Elektrolyseöfen also genau den gleichen positiven Effekt wie eine Batterie, daher der Name „virtuelle Batterie“. Das Besondere an der Batterie bei TRIMET ist ihre Größe – mit einer Kapazität von ca. 1000 Megawattstunden speichert sie so viel Strom wie ein mittelgroßes Pumpspeicherkraftwerk oder 20.000 Elektroautos

Die Werksführung erläuterte das Prinzip des energieflexiblen Ofens anschaulich anhand eines maßstabsgetreuen Modells und zeigte den Teilnehmern die Elektrolyse und die angeschlossene Gießerei. Im Mittelpunkt der Diskussionen standen vor allem die Chancen und aktuellen Hemmnisse der Energieflexibilisierung auf der Nachfrageseite sowie deren Umsetzung bei TRIMET. Ein großes Hindernis für die Nutzung der virtuellen Batterie bilden Gesetze und Verordnungen, die die systemdienliche Flexibilisierung einer bisher gleichförmig betriebenen Last durch einen damit einhergehenden signifikanten Anstieg der Netzkosten bestrafen. Obwohl die virtuelle Batterie einen wichtigen Beitrag zur Energiewende liefern könnte, ist ein Betrieb durch TRIMET unter den aktuellen Rahmenbedingungen unwirtschaftlich. 

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