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22.01.2018 | P2X

Wie kann man Wasserstoff speichern und transportieren?

LOHC
Quelle: Kopernikus-Projekt P2X

Mit Wasserstoff lassen sich große Mengen von Energie speichern und transportieren, allerdings ist das technisch aufwändig. P2X-Forscher konnten jetzt zeigen, dass der Transport von Wasserstoff mit einer speziellen Technologie wirtschaftlicher ist, wenn geringe Mengen an weit entfernte Orte gebracht werden müssen. Das ist besonders interessant für die Belieferung von Wasserstofftankstellen.

Wasserstoff ist ein vielversprechendes Medium sowohl zur Speicherung als auch für den Transport großer Energiemengen. Wasserstoff kann daher maßgeblich zu einer effizienten Kopplung der Sektoren Stromwirtschaft, Verkehr und Industrie beitragen. Allerdings ist es zur Zeit technisch sehr aufwändig, elementaren Wasserstoff zu speichern und zu transportieren. Im Projekt P2X beschäftigt sich der Cluster B1 mit der Logistik von Wasserstoff in chemisch-gebundener Form mit Hilfe der Liquid Organic Hydrogen Carrier (LOHC)-Technologie.[1] Dabei wird der Wasserstoff in einer Flüssigkeit gebunden und kann später wieder freigesetzt werden. Diese Flüssigkeiten können dann ähnlich wie z. B. Benzin gelagert und transportiert werden. Neben technologischen Aspekten, wie zum Beispiel der Katalysatorentwicklung und der Konzeption besonders leistungsfähiger Wasserstoff-Freisetzungsapparate, ist auch der wirtschaftliche Vergleich unterschiedlicher Wasserstoff-Logistikoptionen von besonderem Interesse. Die LOHC-Technologie ermöglicht eine sichere, verlustfreie und einfache Handhabung des gebundenen Wasserstoffs in der heutigen Kraftstoffinfrastruktur.

Forscher des Clusters B1 haben in einer Zusammenarbeit der Institute für Energie- und Klimaforschung 3 (IEK-3) und 11 (IEK-11) des Forschungszentrums Jülich und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) jetzt zeigen können, dass der Transport von Wasserstoff mit der LOHC-Technologie insbesondere dann wirtschaftlicher als andere Optionen ist, wenn vergleichsweise geringe Mengen an Wasserstoff (bis zu 60 Tonnen pro Tag) über vergleichsweise weite Entfernungen zu transportieren sind.[2] Damit eignet sich die LOHC-Technologie hervorragend als Technologie für den Übergang von einer erdölbasierten hin zu einer wasserstoffbasierten Energiewirtschaft. Besonders interessant ist die Nutzung der LOHC-Technologie für die Belieferung von Wasserstofftankstellen, weil neben dem Transport auch die Lagerung vor Ort in bereits existierenden Tankbehältern erfolgen kann. In diesem Konzept wird der Wasserstoff je nach Bedarf freigesetzt, komprimiert und dann als Hochdruckwasserstoff für die Betankung von Fahrzeugen zur Verfügung gestellt.

[1] P. Preuster, C. Papp, P. Wasserscheid, Liquid Organic Hydrogen Carriers (LOHCs): Toward a Hydrogen-free Hydrogen Economy, Acc. Chem. Res., 2017, 50 (1), pp 74–85

[2] M. Reuß, T. Grube, M. Robinius, P. Preuster, P. Wasserscheid, D. Stolten, Seasonal storage and alternative carriers: A flexible hydrogen supply chain model, Applied Energy, 2017, 200, pp 290-302.

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Carola Sonnet, c.sonnet@fz-juelich.de , 0228/60884 212