Kopernikus-Projekt ENSURE

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Wie kann man das Stromnetz an eine unregelmäßige Versorgung anpassen?

Bisher wird Strom vor allem in zentralen Kraftwerken erzeugt, die auf den schwankenden Bedarf der Verbraucher reagieren können. Auch die momentane Netzstruktur ist auf diese Art der Stromerzeugung ausgelegt.

Erneuerbare Energie wird jedoch überwiegend dezentral erzeugt, vor allem in Solar- und Windenergieanlagen. Weil es damit viel mehr kleinere Erzeuger gibt, die ihren Strom in das Netz einspeisen, kann das in bestimmten Betriebssituationen problematisch werden, wenn sich die Richtung des Stromflusses in einzelnen Netzabschnitten umkehrt. Bei hohen Einspeiseraten kann es außerdem dazu kommen, dass die vorhandenen Transportkapazitäten des Netzes nicht ausreichen. Zudem ist es schwierig, die vom Wetter abhängige und damit schwankende Erzeugung erneuerbarer Energien mit dem fluktuierenden Verbrauch in Einklang zu bringen. Deshalb muss zunehmend mit Überlastungen und Ausfällen gerechnet werden.

Um den oben genannten Problemen zu begegnen, wird ein Netz gebraucht, das flexibel auch auf hohe Anteile von schwankender Erzeugung und sich ständig verändernden Verbrauch reagieren kann, damit die hohe Versorgungssicherheit erhalten bleibt.

Relativ unumstritten ist, dass der wachsende Ausbau erneuerbarer Erzeugung schon jetzt einen Netzausbau notwendig macht, wie er auch bereits geplant und stellenweise umgesetzt wird.

"Wie viel Netz brauchen wir in Deutschland und wie können wir die optimale Netzstruktur bauen? Noch weiß keiner, wie diese Netzstruktur aussehen muss, wenn wir 80 bis 90 Prozent des Stroms aus Erneuerbaren Energien realisieren. Darauf sucht das Projekt ENSURE jetzt Antworten", sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka bei einer Rede am 13. Oktober 2016 in Jülich.