02.11.2021 SynErgie

So könnte die Industrie ihre Stromnachfrage zukünftig flexibilisieren

Im Strommarkt der Zukunft werden erneuerbare Energien eine entscheidende Rolle spielen. Um das damit verbundene schwankende Stromangebot auszugleichen, muss die Stromnachfrage flexibler werden. Wie das insbesondere im Industriesektor gelingen kann und was sich dafür noch ändern muss, zeigt ein neues SynErgie-Whitepaper auf.

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©Yingyaipumi - stock.adobe.com

Die Energiewende wird nur gelingen, wenn der Anteil an erneuerbaren Energieanlagen massiv steigt. Dadurch werden gleichzeitig aber auch Schwankungen des Stromangebots zunehmen. Um eine stabile Stromversorgung zu gewährleisten, muss der Strommarkt im Gleichgewicht bleiben und die Nachfrageseite entsprechend flexibler werden.

Ein gerade veröffentlichtes Whitepaper Industrial Flexibility Options and their Applications in a Future Energy System des BMBF-geförderten Kopernikus-Projektes SynErgie zeigt auf, welche Flexibilitätsoptionen – insbesondere in der Industrie – zur Verfügung stehen und wo sie zum Einsatz kommen.

Die Autorinnen und Autoren des Papiers haben ein sogenanntes Matching durchgeführt und dabei die Charakteristika der Flexibilitätsoptionen mit den Anforderungen der Einsatzmöglichkeiten abgeglichen. Grundlage waren die innerhalb von SynErgie erhobenen Daten zur industriellen Nachfrageflexibilität. Das Matching zeigt, dass die Flexibilitätsoptionen auf ganz unterschiedliche Weise zum Einsatz kommen und dazu beitragen können, den zukünftigen Flexibilitätsbedarf zu decken.

Im Einklang mit dem SynErgie-Positionspapier zu regulatorischen Änderungen leiten die Forschenden fünf Implikationen ab, die sie politischen Entscheiderinnen und Entscheidern an die Hand geben wollen. Darin fordern sie den Abbau von Hindernissen, um Investitionen in die industrielle Nachfrageflexibilität stärker anzureizen, einen verbesserten Marktzugang für Flexibilitätsanwendungen und eine Reform des derzeitigen Abgaben- und Steuersystems. Darüber hinaus braucht es laut dem Autorenteam standardisierte Kommunikationsprotokolle für Flexibilität zur vereinfachten Kommunikation zwischen verschiedenen Akteuren im Stromsystem sowie weitere praxisorientierte Forschungsarbeit.

Die SynErgie-Partner der Hochschule Mannheim, des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA, des Instituts für Energieeffizienz in der Produktion (EEP) der Universität Stuttgart sowie des Kernkompetenzzentrums Finanz- & Informationsmanagement und der Projektgruppe Wirtschaftsinformatik des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik FIT (FIM/FIT) haben das vorliegende Whitepaper gemeinsam erarbeitet.

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