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05.02.2020 | ENSURE

ENSURE startet in Phase II

Gruppenfoto ENSURE
Gruppenfoto beim KickOff-Meeting zur zweiten Phase von ENSURE. Quelle: ENSURE/ Siemens AG

Beim KickOff Meeting der zweiten Phase haben die ENSURE-Arbeitspakte vorgestellt, woran sie in den kommenden drei Jahren arbeiten wollen. Was das ist und was die Projektpartner zum KickOff-Treffen sagen.

Anfang Februar hat auch das dritte Kopernikus-Projekt die Arbeit in der zweiten Förderphase aufgenommen: ENSURE wird in den kommenden Jahren den Aufbau des Energiekosmos ENSURE in acht Gemeinden Schleswig-Holsteins vorbereiten. "Nachdem in der ersten Phase von ENSURE sehr erfolgreich die wissenschaftlichen Grundlagen für das optimale Zusammenspiel zentraler und dezentraler Komponenten des Stromnetzes erarbeitet wurden, freue ich mich darauf, dass in der zweiten Phase nun die Umsetzung dieser Ideen in der Industrie weiter vorangebracht wird", sagt Holger Hanselka, Präsident und Professor am Kralsruher Institut für Technologie (KIT), während des KickOffs.

Der Ausbau des Stromnetzes gilt als eine der entschiedenden Voraussetzung für eine erfolgreiche Energiewende. Entsprechend hoch seien die Erwartungen an das Projekt. Alle Partner - egal ob aus Wirtschaft, Wissenschaft oder Zivilgesellschaft - betonten dabei zudem die Relevanz gesellschaftlicher Akzeptanz: "Über die Ausgestaltung der Energieversorgung der Zukunft herrscht kein Konsens bei zahlreichen Interessengruppen", fasst Hanno Stange vom netzbetreiber TenneT zusammen. "Wir möchten die ENSURE den gemeinsamen Spirit des offenen Austauschs der Projektpartner in Phase 2 fortsetzen und so verstehen, wie sich die Anforderungen an die Netze verändern."

Auch Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch betont: "Die Energiewende kann nur gelingen, wenn die Menschen sie als gerecht empfinden. In der zweiten Phase von ENSURE wollen wir daher auch Fairness- und Teilhabeaspekte stärker in den Blick nehmen." Germanwatch bringt als Entwicklungs- und Umweltorganisation seine Expertise im Bereich soziale und klimafreundliche Entwicklung mit in das Projekt ein.

Wie wichtig es ist, diese mitzudenken, betont zuletzt Stefan Niessen, Sprecher des ENSURE-Projekts in der zweiten Phase und Leiter des Technologiefelds Energy Systems bei Siemens: "Mir ist es wichtig, dass wir in ENSURE unsere Kompetenzen bündeln und bereit sind für den Dialog mit der Gesellschaft. Wir wollen Technik für die Energiewende entwickeln, die funktioniert und die gesellschaftlich akzeptiert ist."

Beim KickOff des Projekts in der Zentrale der Siemens AG haben die einzelnen Teilprojekte vorgestellt, woran sie in den kommenden Jahren arbeiten werden. Eine Übersicht:

Teilprojekt 1: Sozioökonomische Betrachtung

„Das Teilprojekt analysiert die Effekte von gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Entwicklungen auf die Anforderungen an künftige Energienetzstrukturen für die Energiewende. Dabei spielt die Klimapolitik der Bundesregierung ebenso eine Rolle wie Entwicklungen im europäischen Umfeld und die Wahrnehmung von Energie-Infrastrukturen durch die Bevölkerung. Die Betrachtung umfasst den Zeitraum bis zum Jahr 2050 und bezieht auch die Wechselwirkungen zwischen Strom- und Gassektor mit ein. Neben der Weiterentwicklung von Szenarien gehören zum Teilprojekt Analysen zum regulatorischen Rahmen für Energienetze, Strategien für die Kommunikation mit der Öffentlichkeit und eine regionale Nachhaltigkeitsbewertung für den Energiekosmos ENSURE."

Dr. Witold-Roger Poganietz, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Leiter des Teilprojekts

Teilprojekt 2: Integrierte Systemstrukturen

„Wesentliches Ziel des Teilprojekts ist es, die stromsektorspezifischen Betrachtungen aus der ersten Phase ENSURE um eine sektorenübergreifende Untersuchung der Ausgestaltung der Energienetzstrukturen zu erweitern - und das bei einer weit fortgeschrittenen Energiewende über 2030 hinaus. Eine Kopplung der Strom- und Gasnetze unter Berücksichtigung von dezentralen Energieversorgungsstrukturen mit gezielter Speichernutzung, Mobilitätskonzepten und Wärmeversorgung aus systemischer Sicht stehen im Fokus der Arbeiten."

Patrick Schultheis, RWTH Aachen, Leiter des Teilprojekts

Teilprojekt 3: Vorbereitung Energiekosmos ENSURE

„Das Ziel des Teilprojekts ist die Entwicklung der netztechnischen Demonstration des Energiekosmos ENSURE, der ab 2022 realisiert werden soll. Im Teilprojekt werden hierzu die technischen und rechtlich-regulatorischen Grundlagen erarbeitet und mit den notwendigen Tätigkeiten im Bereich Öffentlichkeitsarbeit, Stakeholder- und Kommunalmanagement verknüpft, um die positive Verankerung des Energiekosmos ENSURE in der Demonstrationsregion sicherzustellen."

Dr. Simon Fechner, TenneT, Leiter des Teilprojekts

Teilprojekt 4: Digitales Abbild des Netzdemonstrators in Schleswig Holstein

„In unserem Teilprojekt soll in Ergänzung zu den verbauten Anlagen ein digitales Abbild des realen Systems entstehen. Hierbei wird mit der Erforschung geeigneter Algorithmen und Modelle sowie einer sicheren und effizienten Einbindung von Messtechnik die Grundlage für eine virtuelle Demonstration des Energiekosmos ENSURE gelegt."

Dr. Andre Leonide, Projektleiter Technologiefeld Energy Systems bei Siemens, Leiter des Teilprojekts

Teilprojekt 5: Technologie- und Konzeptweiterentwicklung

„Das Ziel des Teilprojekts ist die Weiterentwicklung der Technologien aus der ersten Phase von ENSURE. Um die Stabilität des Gesamtsystems zu gewährleisten genügt es nicht, einzelne Betriebsmittel und Steuerungsalgorithmen unabhängig durch die einzelnen Partner zu entwickeln, sondern es muss eine abgestimmte Funktionalität innerhalb eines oder zwischen mehreren Anwendungsfällen erreicht werden. Für die als demonstrierbar und mit hoher Relevanz für die Energiewende bewerteten Anwendungsfälle werden die Technologien hier weiterentwickelt, um in die Ergebnisse bereits in den Piloten der Phase 2 zu realisieren, spätestens aber ab 2022 zu demonstrieren."

Peter Noglik, ABB, Leiter des Teilprojekts

Teilprojekt 6: Pilotierung und Pilotanlagen

„Im Rahmen des Teilprojekts findet die experimentelle Forschung in realer Betriebsumgebung statt. Dazu werden ausgewählte Use Cases der Phase 1 durch die beteiligten Hersteller als anschlussfähige Pilotanlagen realisiert und durch die beteiligten Netzbetreiber in der Zielregion der Netzdemonstration der Phase 3, dem Energiekosmos ENSURE, angeschlossen. Um bei diesem technischen Risiko dennoch die Versorgungssicherheit zu gewährleisten und auch experimentelle Forschung zu ermöglichen, sollen die Pilotanlagen in Redundanz mit konventioneller Technik betrieben werden."

Dr. Sven Eggert, SH Netz, Leiter des Teilprojekts

Ansprechpartner

Julius Heinrichs

+49 (0) 228 60884-266

ju.heinrichs@fz-juelich.de

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