27.10.2021 Ariadne

Unbequem, aber effektiv: Welche Maßnahmen die Verkehrswende voranbringen können

Im Verkehrssektor sind die Treibhausgasemissionen seit 30 Jahren unverändert hoch und müssen stark gesenkt werden, um die bis 2030 angestrebten Klimaziele zu erreichen. Forschende aus dem BMBF-geförderten Ariadne-Projekt haben jetzt 14 Klimaschutzmaßnahmen im Verkehrsbereich auf Effektivität und Bevölkerungsakzeptanz hin untersucht. Ihr Ergebnis: Die für die Erreichung der Klimaziele notwendigen Maßnahmen sind bei Bürgerinnen und Bürgern aktuell nicht beliebt.

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In der Ariadne-Analyse unterscheiden die Autoren Maßnahmen, die klimaschützendes Verhalten belohnen – etwa durch den Ausbau der Infrastruktur des Nahverkehrs – und solche, die klimaschädigendes Verhalten einschränken – zum Beispiel eine Erhöhung der Flugverkehrssteuer. Die Forschenden betrachten dabei neben den Effekten auf die Minderung von Treibhausgasemissionen auch die Einstellung der Bevölkerung.

Die Analyse zeigt, dass insbesondere Maßnahmen, die den Individualverkehr einschränken, wie beispielsweise die Erhöhung der Benzinpreise oder die Einführung einer Maut, das höchste CO2-Einsparpotenzial aufweisen, aber gleichzeitig bei Bürgerinnen und Bürgern eher unbeliebt sind. Die Bevölkerung sieht wiederum den Ausbau des Nah- und Radverkehrs an erster Stelle, um verkehrsbedingte Emissionen zu senken. Laut den zugrundeliegenden Studien ist der Einsparungseffekt dieser Maßnahmen jedoch gering.

Das Fazit der Untersuchung: Selbst unter optimistischen Annahmen ist es unwahrscheinlich, dass sich nur mit den von der Bevölkerung befürworteten Maßnahmen die Klimaziele bis 2030 erreichen lassen. Die Forschenden geben in ihrer Analyse daher einen ersten Ausblick, wie es gelingen könnte, die Akzeptanz für wirksamere Maßnahmen zu schaffen. So diskutieren sie zum Beispiel sichtbare Rückverteilungsmechanismen sowie eine zielgruppengerechte öffentliche Aufklärung über die Wirkungsweise der Klimaschutzmaßnahmen. Da die ermittelte Akzeptanz nur eine Momentaufnahme darstellt, ist zudem denkbar, dass sich die öffentliche Meinung zu den Maßnahmen über die Zeit verändert – etwa durch neue politische Diskurse, tagespolitische Entwicklungen, gezielte öffentliche Kommunikation oder technologischen Fortschritt.