12.01.2022 SynErgie

Flexibilitätshandel: Kommunikation zwischen Unternehmen und Netzbetreiber erfolgreich getestet.

Mit steigendem Anteil Erneuerbarer Energien nehmen Schwankungen im Stromnetz erheblich zu. Die Industrie kann helfen diese Schwankungen auszugleichen, indem sie ihre Stromnachfrage an das Stromangebot anpasst. Voraussetzung dafür ist, dass Netzbetreiber wissen, welches Unternehmen seine Stromnachfrage wie stark anpassen kann. Im Kopernikus-Projekt SynErgie ist dieser Datenaustausch erstmalig erfolgreich getestet worden. 

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Sieht robust aus, kann aber flexibel sein: Unternehmen beispielsweise der Papierindustrie könnten bald schon Energieflexibilität als Dienstleistung anbieten, damit Netzbetreiber Schwankungen im Stromnetz ausgleichen können. Foto: ©Moreno Soppelsa - stock.adobe.com

Im Kopernikus-Projekt SynErgie haben produzierende Unternehmen und Netzbetreiber erstmalig erfolgreich Informationen über Flexibilitätsangebote und -Nachfrage über eine sogenannte Energiesynchronisationsplattform ausgetauscht.

Energieflexibilität gilt als Schlüsselbaustein der Energiewende: Wenn der Strom im Netz schwankt, können Unternehmen diese Schwankungen ausgleichen, indem sie ihre Stromnachfrage bewusst steigern oder senken, also Flexibilität bereitstellen.

Voraussetzung dafür ist, dass Unternehmen automatisiert oder manuell melden, in welchem Maße und zu welchem Preis sie Strom mehr oder weniger nachfragen können. Diese Daten können sie dann auf einem Flexibilitätsmarkt anbieten. Netzbetreiber haben Zugriff darauf – und können entscheiden, welches Angebot sie auswählen möchten. So kann verhindert werden, dass Strom beispielsweise aus Windparks abgeregelt werden muss, weil mehr Strom produziert wird, als tatsächlich gebraucht wird. Oder es kann ein Blackout verhindert werden, weil weniger Strom im Netz ist, als benötigt wird.

Die Energiesynchronisationsplattform bringt Flexibilitäts-Angebot und -Nachfrage zusammen (siehe Abbildung): Wie viel Strom können Unternehmen mehr oder weniger abnehmen und welche Bedarfe haben die Netzbetreiber? In der Energieflexiblen Region Augsburg wird eine solche Plattform derzeit praktisch getestet: Dort haben sich 38 Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammengeschlossen, um erstmalig zu demonstrieren, wie Energieflexibilität als Dienstleistung angeboten, verkauft und genutzt werden kann.

Das Bild zeigt schematisch die Funktionsweise der Energiesynchronisationsplattform.
Grafik: SynErgie 

Jetzt hat der Test des Kopernikus-Projekts SynErgie die Funktion der Plattform unter Beweis gestellt: Mit echten Daten eines regionalen Unternehmens und des regionalen Verteilnetzbetreibers konnte SynErgie erfolgreich die Meldung von Flexibilitätsangeboten auf Seite des Unternehmens und den Flexibilitätseinkauf auf Seite des Netzbetreibers simulieren. Technisch ist der Kauf und Verkauf von Energieflexibilität also möglich, regulatorisch besteht allerdings noch Änderungsbedarf, damit energieflexible Unternehmen ihre Flexibilität auch gewinnbringend anbieten können. Welche Änderungen das sind, lesen Sie hier.

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