08.10.2026 Ariadne

Gesellschaftliche Präferenzen für Politikpakete

Um klimapolitische Maßnahmen umzusetzen, sind Mittel erforderlich. Daher machen Menschen in Deutschland sich natürlich auch Gedanken über die Frage, wer die Kosten trägt. Mit den Antworten darauf hängt die Akzeptanz klimapolitischer Maßnahmen eng zusammen. Eine neue Ariadne-Analyse nimmt daher die Bürgerpräferenzen hinsichtlich solcher Maßnahmenpakete unter die Lupe. 

Das Bild zeigt mehrere Menschen, die miteinander in Diskussion sind.
© Maria Vitkovska – stock.adobe.com

Viele Menschen wünschen sich beim Klimaschutz eine Kombination aus CO2-Bepreisung und staatlichen Förderprogrammen. Entscheidend für ihre Zustimmung ist dabei die soziale Gerechtigkeit: Wer mehr verdient oder besitzt, soll auch einen größeren Teil der Kosten tragen. Das zeigt die neue Ariadne-Analyse. Für die Untersuchung kombinierten die Forschenden die Ergebnisse einer Ariadne-Bürgerdeliberation, bei der Frauen und Männer aus ganz Deutschland gemeinsam über klimapolitische Fragen diskutierten, mit einem repräsentativen Umfrageexperiment. Im Mittelpunkt standen unterschiedliche Kombinationen aus CO2-Bepreisung, Förderprogrammen und gesetzlichen Vorgaben sowie deren Finanzierung, etwa durch höhere Steuern oder zusätzliche Staatsschulden.

Soziale Gerechtigkeit prägt die Zustimmung

Die Ergebnisse zeigen: Viele Menschen bevorzugen einen ausgewogenen Mix verschiedener Klimaschutzmaßnahmen gegenüber einzelnen Instrumenten. Besonders großen Zuspruch findet die Kombination aus CO2-Bepreisung und Förderprogrammen, die moderate Steuererhöhungen finanzieren sollen. Dabei spielt soziale Gerechtigkeit eine zentrale Rolle. Deshalb stoßen auch sozial gestaffelte Förderprogramme und ein Klimageld auf Zustimmung.

Förderprogramme gelten als wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Viele Menschen empfinden sie als gerecht, weil sie private Haushalte beim klimafreundlichen Umbau unterstützen. Daran ändert sich auch wenig, wenn die Befragten erfahren, dass diese Programme im Verhältnis zur eingesparten CO2-Menge vergleichsweise teuer sind. Die Kosten allein entscheiden also nicht darüber, ob Menschen eine Klimaschutzmaßnahme befürworten.

Wie der Staat Klimaschutz finanziert, macht einen Unterschied

Die Zustimmung zu Förderprogrammen hängt auch davon ab, woher das Geld dafür kommt. Vergleichsweise viel Zustimmung finden eine zusätzliche Abgabe zur Finanzierung des Klimaschutzes - ein sogenannter Klimasoli - sowie die Wiedereinführung der Vermögensteuer. Eine höhere Mehrwertsteuer lehnt dagegen eine Mehrheit ab. Als Gründe nennen die Befragten, dass sie keinen Anreiz für klimafreundliches Verhalten schafft und Haushalte mit geringem Einkommen übermäßig belastet. Dahinter steht die Vorstellung, dass Menschen mit hohem Einkommen und Vermögen einen größeren Teil der Kosten des Klimaschutzes tragen sollten.

Die Ariadne-Forschenden haben zwei Untersuchungsmethoden miteinander verbunden: eine repräsentative Befragung und ein Beteiligungsformat, in dem die Teilnehmenden Informationen erhielten und gemeinsam über Klimapolitik diskutierten. Diese Kombination hilft, nicht nur die politischen Präferenzen der Bevölkerung zu erfassen, sondern auch die Argumente und Wertvorstellungen dahinter besser zu verstehen.

Die Forschenden betonen deshalb: Eine Klimapolitik, die gesellschaftliche Zustimmung findet, braucht nicht nur wirksame Instrumente. Sie braucht auch Gelegenheiten, bei denen sich Bürgerinnen und Bürger informieren, austauschen und komplexe politische Fragen gemeinsam diskutieren können. So lassen sich ihre Überlegungen systematisch bei der Gestaltung klimapolitischer Maßnahmenpakete berücksichtigen.

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