15.06.2026 Ariadne
Interaktive Webseite zeigt den Weg zu Netto-Null
Ariadne-Forschende entwickeln eine Website, die Ergebnisse der Szenarienmodellierung des Projekts visualisiert. Das erste Modul „Systemtransformation“ ist online. Es macht die Minderung der Treibhausgasemissionen und die Transformation des Energieeinsatzes nachvollziehbar: So lässt der Weg zu Netto-Null sich beschreiten.
Die „NetZero“-Webseite kombiniert Erklärtexte mit interaktiven Grafiken, die Inhalte des Ariadne-Szenarienreports und ergänzender Modellanalysen veranschaulichen. Der Fokus liegt dabei auf jenen Optionen, die Klimaneutralität 2045 möglich machen: der zügige Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung und die Elektrifizierung der Endnutzung, eine innovative Infrastrukturplanung und die Integration marktreifer Technologien, die Flexibilisierung von Energiebedarfen sowie die Nutzung CO2-freier Moleküle, dort wo eine Elektrifizierung nicht sinnvoll möglich ist.
Für Laien und Stakeholder gleichermaßen interessant
Die Webseite ermöglicht Medienschaffenden, neugierigen Laien und politischen Entscheidungstragenden gleichermaßen, in verschiedene Szenarien der Energietransformation einzutauchen sowie Recherchen mit belastbaren Zahlen zu unterfüttern. Vor allem hilft NetZero dabei, sich mittels Visualisierung einen Überblick über die Pfade zu verschaffen, die den Weg zur Klimaneutralität 2045 ebnen können.
Ebenso wie dieser Weg ist auch die Webseite nicht statisch, sondern dynamisch und lässt sich von Ariadne-Forschenden um neue Erkenntnisse ergänzen und aktualisieren. Die Inhalte starten mit einem Modul über die Transformation des Gesamtsystems und werden im Laufe des Jahres mit Modulen zum Erneuerbaren-Ausbau bis 2030 und zu Investitionen und Kosten der Energiewende erweitert.
Berechnungen anhand dreier Modelle
Das Modul Systemtransformation orientiert sich dabei an den Kernergebnissen des Ariadne-Szenarienreports 2025 mit den Szenarien „Technologiemix“, „Fokus Strom“, „Fokus Wasserstoff“, „Hohe Nachfrage“ und „Niedrige Nachfrage“. Die vier Säulen der Transformation werden schrittweise aufgeschlüsselt: 1. Die Defossilisierung der Stromerzeugung, 2. die Elektrifizierung der Energieanwendungen, 3. CO2-neutrale Moleküle für nicht-elektrifizierbare Bedarfe und 4. der Ausgleich von Restemissionen durch negative Emissionen. NetZero zeigt, wie sich der Gebäude-, Verkehrs- und Industriesektor bis zum Jahr 2045 ausgestalten könnten. Im Szenario „Technologiemix“ wird im klimaneutralen System zu 65 Prozent mit Wärmepumpen und zu 30 Prozent mit Fernwärme geheizt und über 95 Prozent der Pkw und Lkw fahren vollelektrisch. 60 Prozent des Stahls werden 2045 voraussichtlich mit dem Einsatz von Wasserstoff produziert, 40 Prozent bestehen dann aus Recyclingstahl.
Die Berechnungen basieren auf drei sektorübergreifenden Energiesystemmodellen (REMIND-EU, REMod und PyPSA-DE). Dazu kommen sektorspezifische Modelle für die Industrie (FORECAST), den Transportsektor (ASTRA und Aladin) und den Gebäudesektor (REMod). NetZero wird federführend von Forschenden des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und der Technischen Universität Berlin entwickelt. Die gezeigten Ergebnisse werden im Konsortium mit weiteren Forschenden gemeinsam erarbeitet.
Das Tool lässt sich hier erkunden: https://netzero.ariadneprojekt.de/