26.02.2026 Ariadne

Modernisierungskosten: Große Spannen, dünne Datenlage

Die Kosten für die energetische Modernisierung von Wohngebäuden variieren stark: Je nach Effizienzstandard liegen sie zwischen 380 und 750 Euro pro Quadratmeter. Auch bei einzelnen Maßnahmen und Heizsystemen zeigen sich große Spannweiten. Eine neue Ariadne-Analyse macht Unterschiede sichtbar – und verweist auf erhebliche Lücken in der Datengrundlage.

Das Bild zeigt eine Person, die einen Energieausweis neben einen Stapel von Dämmplatten für ein Gebäude hält.
© Gerd – stock.adobe.com

Für die energetische Modernisierung eines exemplarischen Mehrfamilienhauses zahlen Deutsche zwischen 380 und 750 Euro pro Quadratmeter – abhängig vom Effizienzhausstandard. Die Maßnahmen, die dabei nur die Energieeffizienz steigern, sind günstiger: zwischen 110 und 370 Euro pro Quadratmeter, je nach Effizienzhausstufe EH 55 oder EH 115. In einer neuen Ariadne-Analyse vergleichen Forschende, welche Kosten bei Modernisierungsmaßnahmen in Wohngebäuden in Deutschland entstehen. Dabei zeigt sich eine große Bandbreite sowohl zwischen verschiedenen Sanierungstiefen als auch zwischen verschiedenen Quellen. Die bestehende Datenlage wird um Ergebnisse aus dem Ariadne Wärme- und Wohnpanel ergänzt.

Mehrfamilienhäuser in der Sanierung günstiger

Die Kostenunterschiede bei Sanierungen von Wohngebäuden lassen sich laut Ariadne-Forschenden des Instituts der deutschen Wirtschaft und des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme neben unterschiedlichen Erhebungszeiträumen vor allem auf technische, ökonomische und standortspezifische Einflussfaktoren zurückführen. So beeinflussen Bauweise, Baualtersklasse, angestrebter Effizienzhausstandard und der energetische Ausgangszustand erheblich, wie der Modernisierungsaufwand ausfällt. Zum Beispiel lassen sich kompakte Baukörper wie ein Mehrfamilienhaus gemessen an der Wohnfläche besser und günstiger energetisch sanieren als ein Einfamilienhaus.

Auch bei Heizungstechnik und Wärmeerzeugern können die Kosten eines Wärmesystems je nach Zustand des Gebäudes und des Montageaufwands abhängig vom Installationsort im Gebäude stark variieren: So ist der Einbau eines Gas-Brennwertkessels in einem Mehrfamilienhaus mit sechs Wohneinheiten mit durchschnittlichen Kosten von bis zu 33.700 Euro meist am günstigsten. Ein Fernwärmeanschluss kostet häufig weniger, kann in einigen Fällen jedoch auch mit Investitionen von bis zu 57.700 Euro verbunden sein.

Hohe Anfangsinvestitionen - die sich lohnen können

Beim Einbau einer Luft-Wasser-Wärmepumpe wird die hohe Abhängigkeit der Kosten von den Gegebenheiten im Gebäude noch deutlicher. Hier ist die Kostenspanne am größten und reicht je nach Quelle von 30.000 Euro bis 92.900 Euro. Untersucht wurden jedoch nur die Investitionskosten. Lebenszykluskosten und die Rechtskonformität beim Austausch des Wärmeerzeugers wurden nicht untersucht.  

Die Forschenden halten fest, dass Maßnahmen, die zu höheren Effizienzstandards führen, deutlich seltener durchgeführt werden, was auf hohe Anfangsinvestitionen zurückgeht. Sie weisen darauf hin, dass viele Daten und Studien sich auf wenige Primärquellen stützen sowie häufig Veröffentlichungen mit Wirtschaftlichkeitsberechnungen zu finden sind. Die Ergebnisse des Wärme- und Wohnpanels stellen eine neue zusätzliche Quelle dar. Die Datengrundlage sollte daher laut Forschenden weiter ausgebaut werden, da erst mit ausreichendem Wissen über Gebäudebestand und zugehörige Sanierungskosten die notwendigen Transformationskosten zum Erreichen der Klimaziele sicher abgeschätzt werden können. Erst auf dieser Grundlage können politische Maßnahmen entwickelt werden, die eine Wärmewende gewährleisten, die nicht nur effizient, sondern auch sozial verträglich ist. 

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