10.06.2026 Kopernikus-Projekte
AG Szenarien: Bedeutung von Kopernikus-Innovationen
Wie gelingt Klimaneutralität bis 2045? Die vier Kopernikus-Projekte bündeln ihre Forschungsergebnisse und zeigen, wie technologische Innovationen die Energiewende voranbringen können. Im Fokus stehen der Ausbau erneuerbarer Energien, flexible Energiebedarfe, leistungsfähige Infrastrukturen und der gezielte Einsatz CO?-freier Moleküle.
Wichtiger Bestandteil der Arbeit der vier Kopernikus-Projekte ist neben den jeweiligen thematischen Schwerpunkten die übergreifende Forschungsarbeit. Innerhalb der Arbeitsgruppe „Szenarien“ ist so ein neues Papier entstanden, in dem die Projekte ihre wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Lösungen für eine fossilfreie Zukunft aus den vergangenen zehn Jahren Projektarbeit zusammenführen.
Während Ariadne die Kernelemente der gesamtsystemischen, effizienten Energiewende beschreibt, analysieren die Projekte ENSURE, SynErgie und P2X drei Schwerpunktthemen für eine effiziente dekarbonisierte Energieversorgung: leistungsfähige und innovative Stromnetze, eine wettbewerbsfähige Industrie durch Flexibilisierung sowie die Nutzung von Grünen Molekülen für Anwendungen, die sich nicht elektrifizieren lassen. Das Autorenteam des Kurzpapiers integriert technologische Innovationen aus den Projekten in die von Ariadne entwickelten Klimaneutralitätsszenarien. Die Forschenden zeigen damit, dass innovative Energieforschung ermöglicht das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 zu erreichen.
Unterschiedliche Bausteine passen zusammen
Die im Projekt ENSURE entwickelten Technologien tragen dazu bei, die Netzinfrastruktur optimal zu nutzen und weiterzuentwickeln, beispielsweise durch den optimalen Einsatz von Power-to-Gas-Anlagen, einem effizienten Technologiemix in der Fernwärmeerzeugung und die effektive Netzintegration neuer Technologien durch vorab durchgeführte realistische Simulationen auf der Co-Demonstrationsplattform. SynErgie hält fest, dass die Industrie bereits heute über relevante Flexibilitätspotenziale durch Lastverschiebung verfügt. Die Elektrifizierung der Prozesswärme-Erzeugung und den Einsatz von Bivalenz-Technologien bis 2045 können diese noch merklich steigern. Entsprechende Anreize kann der passende regulatorischen Rahmen setzen.
Das Projekt P2X betrachtet die Kostenstruktur von Power-to-X-Produktionsanlagen in Deutschland, Chile und Südafrika. Vor allem die Verfügbarkeit von Strom aus erneuerbaren Quellen, die Kosten für Wasserstoff, und auch das Investitionsrisiko spielen eine Rolle bei der Frage, ob Kerosin, Ammoniak und Methanol im Ausland günstiger hergestellt werden können. Um die notwendige Skalierung der Power-to-X-Produktion zu erreichen, sind einheitliche internationale Regularien und Nachhaltigkeitsstandards erforderlich.
Flexibilisierung als möglicher zusätzlicher Wachstumsfaktor
Die Verknüpfung der Ariadne-Szenarien mit den innovativen Lösungen der Schwesterprojekte zeigt, warum interdisziplinäre Energiewendeforschung entscheidend ist, um die Mammutaufgabe Klimaneutralität bis 2045 zu stemmen: Während die Systemforschung Prioritäten klärt und kosteneffiziente Pfade und anpassungsfähige Strategien aufzeigt, ist die innovative Entwicklung klimafreundlicher Technologien essentiell zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit, ihre Skalierung und Integration in die Netzstruktur. Die Flexibilisierung der Energienachfrage und die Kopplung unterschiedlicher Sektoren ist schließlich notwendig für effizienten Klimaschutz und kann zusätzliche Wachstumsmärkte erschließen.