16.12.2025 Kopernikus-Projekte

„Weihnachts-Guckloch“: Erneuerbare Ölquellen & Energiewende-Hubs

Dass die Kopernikus-Projekte forschen, um die Energiewende voranzutreiben, ist bekannt. Doch wer sind die Menschen dahinter, und was prägt ihren Alltag? Die Kopernikus-Serie „Guckloch Forschung“ hat das ganze Jahr 2025 Gesichter der Energiewende gezeigt - und gibt im Advent (auch ein paar weihnachtliche) Antworten von den vier Projektsprechern. Heute: Prof. Dr.-Ing. habil. Roland Dittmeyer, P2X.

Das Bild zeigt Prof. Dr.-Ing. habil. Roland Dittmeyer, P2X, auf einem Weihnachtsmarkt.
Roland Dittmeyer ©privat

Die Kopernikus-Projekte gewähren einen persönlichen Blick in ihre Büros, Labore und Werkhallen in ihrer Steckbrief-Serie. Sie hat 2025 alle zwei Wochen eine Person aus der Kopernikus-Forschung vorstellt. Ein Weihnachts-Special prägt das Finale. Das „Weihnachts-Guckloch“ umfasst vier große Themenwelten: persönliche Adventszeit, Fachgebiet, Forschung im Alltag und und „Spannungsfeld Wissenschaft - Politik – Gesellschaft“. In den vier Adventswochen kommen die vier Projektsprecher zu Wort. Von 16 Fragen dürfen sie maximal vier streichen.

Heute sind Ansichten von Prof. Dr.-Ing. habil. Roland Dittmeyer zu lesen. Er ist graduiert als Dipl.-Ing. im Chemieingenieurwesen, hat in Chemischer Reaktionstechnik promoviert, zudem Habilitation für Technische Chemie und Professur für Mikroverfahrenstechnik. Seine Expertise umfasst Chemische Reaktionstechnik, Katalyse, Mikroverfahrenstechnik, Power-to-X-Technologien, Synthetische Kraftstoffe, Direkte CO2-Abtrennung aus Luft (DAC). Er ist als Professor und Institutsleiter am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und engagiert sich als Sprecher für das Kopernikus-Projekt P2X.

 

im Klima- und Energieteam des WWF mit Fokus auf Wasserstoff und Power-to-X Technologien
arbeitet im Klima- und Energieteam des WWF mit Fokus auf Wasserstoff und Power-to-X Technologien

Wer vielleicht wenig Zeit hat und selektiv nur einige Fragen anschauen will, kann nachfolgend bequem die Antworten ausklappen, die interessant sind - oder gern auch alle.

An jedem Sonntag im Advent eine Holzfigur für den Weihnachtsbaum schnitzen.

Weihnachtslieder auf der Blockflöte spielen.

„Tatsächlich... Liebe“ (Originaltitel: „Love Actually“, 2003; Anm. d. Red.).

Es käme in den natur- und ingenieurwissenschaftlichen Forschung nicht auf Sprachkompetenz an.

Ich habe schweren Herzens meinen ersten Ruf auf eine ordentliche Professur an einer renommierten deutsche Universität abgelehnt, weil das Angebot nicht attraktiv genug war. Letztendlich hat mich das dann aber fünf Jahre später als Professor und Institutsleiter an das aus der Fusion der Universität Karlsruhe und dem Forschungszentrum Karlsruhe hervorgegangene neue Karlsruher Institut für Technologie (KIT) gebracht.

Um das Konzept dezentraler gebäudeintegrierter Anlagen zur Gewinnung von Kohlendioxid aus Luft und dessen Umwandlung mit erneuerbarem Strom in chemische Energieträger bekannt zu machen und bildhaft zu erklären, haben wir es unter dem Titel „Crowd Oil – Not Crude Oil“ publiziert und mit dieser Technologie ausgestattete Gebäude als „Erneuerbare Ölquellen“ bezeichnet.

Mikroreaktoren sind nicht zwingend klein, was die Außenabmessungen angeht, sondern sie besitzen kleine Strömungskanäle im Inneren, deren Abmessungen in mindestens einer Richtung im Bereich von Mikrometern bis zu einigen Millimetern liegen. Dadurch wird eine hohe Austauschfläche für den Transport von Wärme, Molekülen, oder auch Lichtquanten geschaffen, welche die spezifische Leistung pro Volumen sehr groß macht. Die Reaktoren selbst können dabei mehrere Meter groß und viele Tonnen schwer sein.

Kostengünstige und in allen relevanten Dimensionen nachhaltige Systeme zur saisonalen Speicherung großer Mengen erneuerbarer elektrischer Energie ebenso wie für den Transport großer Energiemengen über weite Strecken.

Die Annahme, wir würden für die Herstellung chemischer Energieträger aus dem Kohlendioxid der Luft, Wasser und elektrischer Energie, fossile Energiequellen in Betracht ziehen, die ja mit hohen Kohlendioxidemissionen belastet sind.

„How little energy can the process consume, before we call it efficient? How much can the e-fuel cost, for the market to accept it? Yes 'n how many times will the planes still fly fossil fuels, before they're forever banned? The answer my friend is blowin' in the wind, the answer is blowin' in the wind.“ (as a tribute to the all time master of lyrics, Bob Dylan)

Wenn ich Forschungs-, Wirtschafts-/Energie-, Verkehrs- oder Umweltminister wäre, würde ich „Energiewende-Hubs“ auf den Weg bringen. Das wäre ein neues, zwischen allen relevanten Ministerien (Bundesministerien für Wirtschaft und Energie, Verkehr sowie Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und Reaktorsicherheit und entsprechende Landesministerien) abgestimmtes Förderformat mit zehn Jahren Laufzeit und dem Ziel die Implementierung der Energiewende für alle sichtbar zu machen und nachhaltig zu beschleunigen. Jeder Hub würde einen Kernbereich der Energiewende adressieren, von einem wissenschaftlichen Koordinationsgremium aktiv gemanagt werden und in einem transdisziplinären Ansatz für die betreffenden Themen relevante Grundlagenforschung in den beteiligten Fachdisziplinen mit Demonstrationsvorhaben in relevantem Größenmaßstab verknüpfen und vorantreiben.

Die amtierenden Minister:innen Dorothee Bär, Katherina Reiche und Patrick Schnieder, um sie für das Konzept der „Energiewende-Hubs“ zu begeistern.

Den Glauben es gäbe eine einzelne Technologie, die alle Probleme der Energiewende lösen könnte.

Nutze die gewonnene Freiheit sinnstiftend!

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